Kommentar zu den Manroland-Entlassungen

Frust macht sich breit

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Marc Kuhn

Die Hoffnungen der Roländer sind geplatzt - wieder einmal. Der Druckmaschinenbauer Manroland Sheetfed steht mit dem Rücken zur Wand und kämpft erneut ums blanke Überleben. Von Marc Kuhn

Es ist noch kein Jahr her, da musste der Vorgänger „manroland“ den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Vor acht Monaten ist der britische Unternehmer Tony Langley eingestiegen. Die Mitarbeiter haben durchgeatmet. Losgelöst von den alten Strukturen im Verbund mit den Werken in Augsburg und Plauen sowie personell erheblich abgespeckt, wollte Manroland als Mittelständler durchstarten. Nun macht sich Ernüchterung in der Geschäftsführung und Frust in der Belegschaft breit.

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Die Opferbereitschaft der Roländer, die nicht nur auf Gehalt verzichtet haben, trägt keine Früchte. Der Markt für Druckmaschinen kommt einfach nicht in Schwung. Überkapazitäten und Strukturwandel sind die bekannten Gründe für die Misere. Hinzu kommt sicherlich die Dauerkrise, die die Volkswirtschaften in Europa und den USA lähmt. Die Wachstumsmärkte in Asien und Lateinamerika können die Probleme offenbar nicht ausgleichen - kein Silberstreif am Horizont.

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Somit ist zu befürchten, dass der erneute Jobabbau nicht das Ende der Fahnenstange ist. Schließlich hat Langley Manroland ehrgeizige Wachstumsziele verordnet - an denen auch die anderen Firmen gemessen werden, die der Brite in Deutschland erworben hat. Schwarze Zahlen nach Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs, davon scheint die Firma indes weit entfernt. Bleibt abzuwarten, wie lange sich Langley das wirtschaftliche Siechtum von Manroland noch anguckt.

Ein erneuter personeller Aderlass schwächt Manroland freilich auch im Konkurrenzkampf mit Heideldruck und Koenig & Bauer. Ohnehin werden wieder Befürchtungen wach, nach denen der Markt für drei Unternehmen zu klein sein könnte.

Die Aussichten für die leidgeprüften Roländer sind alles andere als gut.

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