Kommentar: Wechselbad der Gefühle

Auch Offenbachs Stadtkämmerer Michael Beseler will unter Umständen nichts ausschließen - bei der nun vom Regierungspräsidenten verordneten Operation „Markterkundung Klinikum“. Das ist genau der Stoff, aus dem auch die Befürchtungen des Betriebsrats genährt werden.

Was passiert, wenn ein privater Klinikkonzern doch noch eine erstaunlich hohe Summe anbieten sollte?

Nichts scheint unmöglich! Kein Wunder, dass die Stimmung bei den Mitarbeitern im Krankenhaus schwankt. Natürlich deprimieren immer neue Hiobsbotschaften und das ständige Wechselbad der Gefühle. Hoffnungsschimmer werden fast ausschließlich von der neuen Geschäftsführung verbreitet, die keine Gelegenheit auslässt, auf Anfangserfolge bei der Sanierung zu verweisen: mehr Patienten, bessere Auslastung in einigen Klinikbereichen, bessere Kooperation mit den örtlichen Arztpraxen. Das hört sich gut an. Es bleiben aber die Großprobleme mit dem riesigen Schuldenberg - und die Ungewissheit, ob eine vom hessischen Sozialministerium angedachte kommunale Holding denn auch in ausreichender Größe und in absehbarer Zeit zu realisieren sein wird.

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In der nun begonnenen „Markterkundungsphase“ wird es sich also lohnen, die Problemlösungsversuche in anderen Städten mit überschuldeten kommunalen Kliniken zu analysieren. Zum Beispiel Wiesbaden: Dort wollen die Verantwortlichen das Neubau-Risiko nicht allein schultern, ein privater Investor soll als Miteigentümer ins Boot geholt werden und die überfällige Sanierung finanzieren. Dabei sollte bedacht werden, dass der private Investor natürlich jeden Euro, den er in die HSK steckt, auch einschließlich einer nicht ganz unerheblichen Rendite, wieder aus dem künftigen Betrieb der Kliniken zurück erwirtschaften will.

In Offenbach sollte man die Entwicklungen in Wiesbaden, einschließlich des geplante Bürgerbegehrens gegen den Verkauf, sehr genau beobachten. Die Mitarbeiter im Klinikum am Starkenburgring tun es ohnehin.

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