Kündigungen im Klinikum

Kommentar: Wut über Unfähigkeit

Das ist wahrlich eine bittere Pille: 350 Mitarbeiter des Offenbacher Sana-Klinikums werden im nächsten Jahr ihre Stelle verlieren. Von Frank Pröse

Auch wenn die Verschreibung dieser Medizin angekündigt war, ist das Entsetzen am Krankenhaus nur zu verständlich. Gleichwohl liegt die Größenordnung der betriebsbedingten Kündigungen in etwa auf dem Niveau, das schon zu Zeiten unter kommunalen Fittichen für notwendig erachtet worden, aber politisch nicht durchzusetzen war. Sana kann sich derlei Sentimentalitäten nicht leisten. Im Gegensatz zur Kommune gleicht der Steuerzahler dem Konzern die Verluste schließlich nicht aus.

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Zum Personalabbau scheint es also keine Alternative zu geben. Auch Sana will wie seinerzeit die Politik alle anderen Wege zur Reduzierung der roten Zahlen längst untersucht und beschritten haben. Keine Alternative – das Argument kann die Betroffenen freilich nicht trösten. Das Schicksal von zum großen Teil langjährigen Beschäftigten macht wütend.

Und die Wut richtet sich nicht etwa gegen den „bösen Privatkonzern“ Sana, sondern gegen die zuvor im kommunalen Dunstkreis Handelnden, waren sie in der Geschäftsführung oder in der Politik verantwortlich. Sie haben unter Mithilfe einer Schar unfähiger und teurer Berater ein krankes Klinikum fast zu Tode behandelt. Soll jetzt nur keiner von ihnen schreien, wenn die Heilung nun Opfer fordert.

frank.proese@op-online.de

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