Kommentar: Hauen und Stechen

Jeder ist sich selbst der Nächste. So funktioniert Wirtschaft. Und so ticken gerade auch die Druckmaschinenhersteller, deren Markt von Überkapazitäten geprägt ist. Von Frank Pröse

Als Heidelberger am Boden lag, war die Konkurrenz in Würzburg und Augsburg not amused darüber, dass der Staat die überfällige Marktbereinigung mit einer Finanzspritze vereitelte.

Jetzt steht „manroland“ auf der Kippe und die lieben Mitbewerber nutzen jede Gelegenheit, den missliebigen Konkurrenten in Misskredit zu bringen. Bei König & Bauer verweist ein Vorstandsmitglied auf ausgebliebene Investitionen in Augsburg und Offenbach, was ja letztlich nur dazu führen kann, dass „manroland“ auf veralteter Technik hockt. Die Botschaft an die Branche: Wir sind up to date und decken das gesamte Portfolio von „manroland“ ab; lasst den Traditionshersteller ruhig sterben. Der Chef von Heidelberger fragt öffentlich und in seiner Eigenschaft als Präsident der Druckmaschinenmesse Drupa schon recht hinterfotzig, ob „manroland“ auf der Branchenschau wohl vertreten sein wird.

Das kommt gar nicht gut an im grafischen Gewerbe. Schon gibt es Stimmen, die mehr Zusammenhalt einfordern und eine gemeinsame Strategie. Dafür ist es in der Tat höchste Zeit. Leider herrscht soviel Einsicht bisher nur in Österreich. Hier zu Lande ist sich immer noch jeder selbst der Nächste. So darf Wirtschaft aber nicht funktionieren.

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