Skandal um „Mission Olympic“

Kommentar: Fehlende Kontrolle

Was hätte die Stadt für dieses Geld nicht alles Sinnvolles für den Sport leisten können. So aber sind 280.000 Euro versenkt. Von Thomas Kirstein

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Ziemlich sinnlos, denn was vielleicht durch die erfolgreiche Teilnehmermobilisierung bei der „Mission Olympic“ an Image gewonnen war, ist jetzt viel zu teuer mit dem Imageschaden eines Finanzskandals bezahlt. Parallelen zum Klinikum drängen sich spontan auf, wenngleich die Dimensionen der jeweiligen Verluste nicht vergleichbar sind. Aber beides verbindet das Fehlen einer wirksamen Kontrolle. Die war vielleicht auch wegen der selbstbewussten Eigenmächtigkeit von Handelnden nicht zu leisten. Die politisch Verantwortlichen erkannten erst zu spät, dass sie die Steuerung großer Schiffe Kapitänen überlassen hatten, die sich als Leichtmatrosen entpuppten.

Im aktuellen Fall sieht es so aus, als sei ein Amtsleiter mit einem von ihm selbst engagiert angepackten Projekt letztlich derart heillos überfordert gewesen, dass ihm nicht einmal der SOS-Ruf rechtzeitig über die Lippen kam. So begleitete der Offenbacher Magistrat die Fahrt gegen den Kosten-Eisberg mit wohlwollender Ahnungslosigkeit. Die offensichtliche Überschreitung von Kompetenzen durch einen Mann mit ausreichender Verwaltungserfahrung ist eine Sache, die disziplinarisch und auch zivilrechtlich geklärt gehört. Für die Zukunft muss aber auch diskutiert werden, ob nicht zwingende Mechanismen zu schaffen sind, die verhindern, dass Einzelkämpfer Projekte an sich reißen und sich dabei auf Kosten der Allgemeinheit völlig übernehmen.

Mission Olympic: Sport rund um die Uhr

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Wie kann ein Bürovorsteher ganz auf sich gestellt ein Massenereignis auf die Beine stellen, ohne dass in der Etage über ihm Zweifel aufkommen, wie das bei einem bescheidenen Etat und nicht allzu vielen Sponsoren zu realisieren wäre? Und wenn man es so sehen möchte, ist auch dies Teil des Skandals: Dass sich der Magistrat hat einlullen lassen.

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