Blöder Name, gutes Projekt

Kommentar zu „Staufreies Hessen 2015“

Offenbach - In der Sache jedoch gab es keinen Grund, das Programm etwas verschämt und leise auslaufen zu lassen. Dies ist wohl dem Naturgesetz geschuldet, dass ein grüner Verkehrsminister nicht die Arbeit seiner schwarzen und gelben Vorgänger lobt. Von Ralf Enders

Aber Standstreifenfreigabe, Baustellenmanagement und dynamische Wegweiser haben uns angesichts drastisch wachsender Verkehrsströme wohl vor dem Schlimmsten bewahrt – auch wenn der immer noch mühsame tägliche Weg zur Arbeit und der gerade vom ADAC vermeldete deutsche Stau-Rekord etwas anderes suggerieren. Gleichwohl geht es so nicht weiter mit der freien Fahrt für freie Bürger. Die A3 zwischen Offenbach und dem Anschluss Hanau etwa ist an ihren Belastungsgrenzen – durch immer mehr Pendler, immer mehr Reisende und immer mehr Lastwagen, die natürlich auch mehr Unfälle verursachen. Noch weiter ausbauen?

Nein, die Lösung liegt jenseits der Autobahnen, zum Beispiel auf den noch zu verlegenden Schienen der Westtangente und der Nordmainischen S-Bahn. Oder im Kulturwandel, der schon heute viele junge Leute auch status- und autofrei glücklich sein lässt, weil vernetzte Angebote zum Teilen und Ausleihen für Mobilität sorgen. Insofern ist es Zeit für neue, ökologisch orientierte Prioritäten, wie sie „Hessen Mobil 2020“ – Nachfolger von „Staufreies Hessen“ – setzt. Auch wenn der Name ebenfalls in die Tonne gehört.

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Rubriklistenbild: © dpa

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