Kommentar: Vertrauen missachtet

Sie sind die Aushängeschilder einer Klinik: Über die Notaufnahme kommen oftmals mehr als 45 Prozent der stationären Patienten in die Krankenhäuser. Von Peter Schulte-Holtey

Die Ambulanzen sind daher auch wirtschaftlich von großer Bedeutung. Dass auch das nun heftig ins Schlingern geratene Klinikum Offenbach größten Wert auf eine bestmögliche Organisation dieser so wichtigen Klinikabteilung legen müsste, liegt also auf der Hand; sie ist Voraussetzung für eine hochqualitative Notfallversorgung.

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Im Klinikum am Starkenburgring ist man sich dieser Aufgabe sicherlich bewusst. Wenn jetzt eine Thrombose-Patientin mit einer dubiosen Begründung abgelehnt wurde, müssen aber Zweifel an der Organisation der Notaufnahme aufkommen. Jeder Arzt, der dort arbeitet, sollte in der Lage sein, diejenigen, deren Leben oder Gesundheit akut bedroht ist, unter all den Patienten, die in die Notaufnahme vorsprechen, sofort zu erkennen und zu behandeln. Auch im Offenbacher Krankenhaus gibt es doch strukturierte Abläufe, die jeden Schritt von der Aufnahme bis zur Therapieentscheidung festlegen. Dies gilt für Bauchschmerzen, Schlaganfall oder Herzinfarkt ebenso wie für Patienten mit mehreren schweren Verletzungen. Für deren Versorgung wurden Standards, Leitlinien ausgearbeitet.

Jeder akut Erkrankte, der die Notaufnahme aufsucht oder dort vom Hausarzt in einer bedrohlichen Situation hingeschickt werden soll, muss davon ausgehen können, dass diese Vorgaben eingehalten werden. Im aktuellen Fall ist dieses Vertrauen leider missachtet worden.

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