Wahlkampfauftritt der AfD in Offenbach

Kommentar: Kontrollverlust mit schnellem Ende

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Protest gegen AfD-Veranstaltung in Offenbach

Es ist ein Nachtrag zu liefern. Zu einer Polit-Farce, die sich am Freitagabend auf dem Stadthof abspielte und deren Ende nach einer halben Stunde wieder mal Grund sein darf, diese Stadt mit all ihren Ecken und Kanten zu mögen. Von Matthias Dahmer

Das Bündnis „Bunt statt braun“ hatte angesichts einer Kundgebung der AfD zur Gegendemo aufgerufen, um die 300 Leute aus den unterschiedlichsten Gruppen und Initiativen waren diesem Aufruf gefolgt. Und sie bereiteten lautstark, aber friedlich einer Veranstaltung ein vorzeitiges Ende, die sich für den unvoreingenommenen Beobachter zwischen Peinlichkeit und Erschrecken bewegte.

Von Anfang an war klar: Bei nur etwa zwei Dutzend AfD-Anhängern, die sich bei strömendem Regen um die Bühne geschart hatten und einer Überzahl von Protestlern, würden die Redner einen schweren Stand haben.

Doch wie sich insbesondere der Spitzenkandidat dieser „Alternative für Deutschland“ dann tatsächlich präsentierte, war an Niveaulosigkeit kaum noch zu überbieten. Seine erwarteten Parolen vom rechten Rand verkündete Alexander Gauland nur ansatzweise. Stattdessen ging der ehemalige CDU-Politiker und Leiter der Hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann, der sich in Talkshows nicht selten als Elder Statesman inszeniert, schnell dazu über, die Gegendemonstranten auf das Übelste zu beschimpfen, nannte sie mehrfach „Arschlöcher“ und „Idioten“. Sogar die Offenbacher Polizei, die mit einem Großaufgebot vertreten war, aber berechtigterweise keinen Anlass zum Einschreiten sah, schloss Gauland –moderater zwar – in seine Kritik ein.

NACKTivistinnen ziehen sich schon wieder aus: Die Demos von FEMEN

Die mit Kontrollverlust einhergehende Selbst-Demaskierung des Spitzenpersonals einer Partei, die sich für wählbar hält, dauerte knapp 15 Minuten. Nach dem Abspielen der Deutschen Nationalhymne vom Band wurde die Kundgebung beendet.

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