Schwieriger Spagat

Kommentar zum Wirtschaftsförderkonzept für die Region

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Offenbach - Es ist Zeit, dass sich der Kreis Offenbach, die Kommunen und die IHK endlich zusammentun, um die wirtschaftliche Entwicklung in der Region voranzubringen. Manch ein Bürger wird sich verwundert fragen, warum diese Initiative nicht schon früher ergriffen wurde. Von Marc Kuhn

Schließlich steht Offenbach in einem scharfen Wettbewerb, nicht nur mit Frankfurt, sondern auch mit anderen Metropolregionen in Deutschland. Die Vertreter der Region müssen einen Spagat hinbekommen. Mit den herausgearbeiteten Stärken, die es sicherlich gibt, müssen sich Stadt und Kreis gegenüber Frankfurt klar positionieren. Gleichzeitig ist eine Zusammenarbeit mit der Mainmetropole wichtig. Schließlich müssen die Kommunen lernen, beim Ringen um Gewerbeansiedlungen über den Tellerrand zu schauen - nicht nur im Kreis, sondern in der Region. Dabei reicht auch der Blick über Frankfurt und Offenbach nicht aus. Nach den Erfahrungen der Vergangenheit ist indes Skepsis angebracht, ob solch eine Kooperation gelingt.

Ähnlich sieht es mit dem Ruf nach einer engeren Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderer aus. Die Richtung stimmt. In den Verwaltungen muss aber sicherlich der eine oder andere lernen, der Konkurrenzkommune den neuen Steuerzahler zu gönnen, wenn er nicht die richtigen Flächen für Firmen anbieten kann. Zudem sind Kreis, Kommunen und Kammer an einigen Punkten die Hände gebunden. So wird beispielsweise über die Verkehrsinfrastruktur und die Breitbandausstattung diskutiert, wobei der Westkreis besser dasteht als der Osten. Für Verbesserungen in diesen Bereichen sind aber Gelder vom Land oder Bund nötig - und die halten die Geldbörse gerne geschlossen.

Generell sollten die an dem Konzept beteiligten Protagonisten darüber nachdenken, ob für die Umsetzung eine Institution geschaffen werden muss. Andernfalls könnte am Ende nur eine Momentaufnahme übrig bleiben.

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