Manroland

EU-Hilfen für die Ex-Roländer

Brüssel/Offenbach (dapd/ku) - DieEuropäische Kommission will den früheren Mitarbeitern des insolventen Druckmaschinenherstellers „manroland“ mit 5,3 Millionen Euro unter die Arme greifen.

Das Geld aus dem EU-Globalisierungsfonds soll den rund 2100 Betroffenen des Unternehmens sowie drei Subfirmen und Zulieferern helfen, ihren Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu finden. Zusätzlich werde von deutscher Seite noch einmal die gleiche Summe bereitgestellt, sodass sich die Hilfen auf über zehn Millionen Euro beliefen, sagte ein Kommissionssprecher gestern in Brüssel. Von einem guten Signal sprach die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Offenbach, Marita Weber.

Geld für Weiterbildung und Hilfe bei Job-Suche

Mit dem Geld sollen den Angaben der Kommission zufolge beispielsweise Weiterbildungen, Hilfen bei der Job-suche und Beratungen für Arbeitslose gefördert werden, die sich mit einer Geschäftsidee selbstständig machen wollen. Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen dem Kommissionsvorschlag noch zustimmen. Nach der Empfehlung der Kommission rechnet Weber mit einer positiven Entscheidung.

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„manroland“, einst drittgrößter Druckmaschinenhersteller der Welt, hatte im vergangenen November Insolvenz angemeldet. Das Werk in Offenbach wurde von dem britischen Unternehmer Tony Langley übernommen, der Standort in Augsburg von der Lübecker Possehl-Gruppe. Für das Werk in Plauen laufen die Verhandlungen noch. Die deutschen Druckmaschinenhersteller leiden seit geraumer Zeit unter der billigen Konkurrenz aus Asien und dem zunehmenden Stellenwert des Internets.

Fast 1 000 Mitarbeiter von „manroland“ in Offenbach hatten in der Insolvenz ihren Job verloren. Etwa 900 hatten einen Vertrag bei der Personalentwicklungsgesellschaft PRM unterschrieben, die sie in Arbeit vermitteln sollte. Ihre Zeit war beschränkt und ist bis Ende August verlängert worden. Mit dem Geld aus Brüssel könnten nun zum Beispiel länger dauernde Lehrgänge und Umschulungen finanziert werden, sagte Weber.

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