Wahlsplitter aus Offenbach

Nur noch ein Landesminister im Parlament

Offenbach - Das Ortsparlament hat eine Besonderheit verloren. Konnte sich die Stadt bislang rühmen, eine der wenigen mit gleich zwei Landesministern als Stadtverordnete zu sein, so ist es nun nur noch einer.

Sozialminister Stefan Grüttner bleibt seiner CDU-Fraktion erhalten. Die Wähler haben den hiesigen Parteichef von Listenplatz 5 auf 2 kumuliert. Raus ist Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Vor fünf Jahren noch vom hinteren Teil der Grünen-Liste auf einen Mandatsplatz gehievt, reicht es diesmal für ihn nicht. Aber auch er verbesserte sich: von 53 auf 15 -– die Grünen haben aber nur noch zehn Sitze.

Das Forum Neues Offenbach macht bei statistischen Details auf sich aufmerksam. 21,3% Stimmenanteile in einem der Briefwahlbezirke belegen, was wir vor der Wahl berichteten: Das FNO hat sich intensiv um Zuwanderer aus der Europäischen Union bemüht und sie vor dem eigentlichen Wahltag zur Stimmabgabe bewegt. Auf 19,7 und 13,2% kommt es übrigens in den beiden Bezirken der innerstädtischen Eichendorff-Schule.

Liveticker zur Kommunalwahl in Hessen

Die „Spitzenbezirke“ der anderen Parteien (außer Briefwahl): CDU Uhlandschule Bürgel (39,2), SPD Waldschule Tempelsee (42,4), Grüne Gewerbliche Berufsschule (29,5), Linke Schillerschule (13), FDP Bachschule (17,9), Rep Lauterbornschule (3,3), Freie Wähler Geschwister-Scholl-Schule (6,1), Piraten Eichendorffschule (6,5), AfD Schule Bieber-Waldhof (19), JO Waldschule Tempelsee (3,5), Die Partei Albert-Schweitzer-Schule (1,6).

Die Stadtverordnetenversammlung kann sich auf einen gestandenen und einst schillernden Politprofi mit bundespolitischer Debattenerfahrung einstellen. Bei den Linken ist ihr Vize-Landesvorsitzender, der Rechtsanwalt Manfred Coppik, von Platz 11 auf 4 geklettert. Er war von 1972 bis 1983 Bundestag, 1982 trat er aus der SPD aus und gehörte zu den Gründern der Demokratischen Sozialisten. Er engagierte sich dann in der Friedensliste, den Grünen, der PDS und ab 1983 wieder in der SPD. Der kehrte er 1999 erneut den Rücken. 2005 trat er in WASG ein und betrieb deren Vereinigung mit der PDS zur heutigen Partei Die Linke.

Alles zur Kommunalpolitik in Offenbach

Aus Wahlhelferkreisen stammt aufgrund von Beobachtungen beim Auszählen die Vermutung, die etablierten Parteien müssten wegen eines besonderen Verhaltens von EU-Bürgern auf Stimmen verzichten: Viele gaben ihren Landsleuten drei Stimmen, vergaßen aber, die entsprechende Liste anzukreuzen. Einen Link zu Offenbacher Wahl-Details finden Sie hier. (tk)

Von Durchgefallen bis Gut: Noten für Wahlplakate

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare