Party steigt im Klingspor

Erste Hochrechnungen diesmal nicht live im Rathaus

+
Bei der Kommunalwahl 2016 wird nicht gebannt auf Leinwände im Stadtverordnetensitzungssaal geblickt wie auf diesem Foto der Wahlparty im Jahr 2011. Denn aufgrund der Renovierungsarbeiten im Rathaus wird die Traditionsveranstaltung am Wahlsonntag ins Klingspormuseum verlegt.

Offenbach - In ziemlich genau zwei Monaten, am 6. März, werden die Offenbacher ein neues Stadtparlament wählen. Am Prozedere ändert sich im Vergleich zur Kommunalwahl 2011 nichts. Allerdings gibt es dieses Mal neue Herausforderungen, was das Organisatorische betrifft. Von Rebecca Röhrich 

Die Politik in Offenbach ist eine Baustelle – im wortwörtlichen Sinn. Denn seit einigen Monaten werden die unteren Etagen des Rathauses umgebaut. Bereits im Sommer musste deshalb die Stadtverordnetenversammlung ins Exil und tagt nun in der Turnhalle des TV Bieber. Auch die „Party“ zur Kommunalwahl 2016, bei der die Bürger das einlaufen der Ergebnisse miterleben können, steigt nicht, wie lange üblich, in Rathausfoyer und Sitzungssaal. Stattdessen werden die Computer und die Leinwände für die ersten Hochrechnungen im Klingspormuseum an der Herrnstraße 80 aufgebaut, so Stadtsprecher Fabian El-Cheikh.

Hat der Rathausumbau weitere Auswirkungen auf die Organisation der Kommunalwahl 2016 in Offenbach?

Die Wahlhelfer werden die Stimmen nicht wie in den jüngsten Jahren üblich in Rathaussälen, sondern im ehemaligen Bürgerbüro, kündigt Vize-Wahlmtsleiterin Beate Kolodziejski an. Bei der Briefwahl bleibt aber alles beim Alten. Die Offenbacher können im Wahlamt direkt wählen oder sich die Unterlagen per Post zuschicken lassen. Die Frist dafür beginnt übrigens am Montag, 25. Januar.

Wer kann eigentlich ins Parlament einziehen?

Es gibt keine Prozentklausel. Die 71 Sitze werden nach einem komplizierten Verhältnis von Gesamt- und Listenstimmen verteilt, so braucht es eine kritische Mindeststimmenzahl, um einen Sitz zu ergattern. 2011 traten neun Gruppierungen an und schafften es auch ins Parlament. Diesmal wollen das 13 Listen, von denen eine wohl aus formalen Gründen nicht antreten darf. Das wird sich aber erst bei der Wahlausschusssitzung diesen Freitag offiziell entscheiden.

Dürfen weniger oder mehr Offenbacher an die Urnen?

Offenbach wächst. Während 2011 79.500 von etwa 120.000 Offenbachern wahlberechtigt waren, rechnet das Wahlamt dieses Mal mit 90.000 Menschen von gut 130.000, die wählen dürfen.

Wirkt sich das Bevölkerungswachstum auf die Arbeit der Wahlhelfer aus?

Nein, entscheidend für die Dauer des Auszählens ist die Wahlbeteiligung. In Offenbach gibt es 79 Wahlbezirke und 10 Briefwahlbezirke. In den Wahlbezirken, in denen die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß höher ist, also Bürgel, Bieber und Rumpenheim, werden die Wahlhelfer entsprechend verteilt. Wie bei der Kommunalwahl 2011 werden gut 720 Wahlhelfer benötigt. 150 Helfer müssen am Montag dann noch die Bewerberstimmen auszählen.

Unser Twitter-Ticker zur Kommunalwahl in Offenbach

Ist es schwer, Bürger für die ehrenamtliche Arbeit des Wahlhelfers zu gewinnen?

Es wird zumindest immer schwieriger. Zwar besitzt das Wahlamt ein Kontingent an erfahrenen Wahlhelfern, die bei bevorstehenden Wahlen angeschrieben werden, aber das Amt ist in der Regel immer noch auf weitere Helfer angewiesen, die bereit sind, die Wahlen zu unterstützen. Grund ist dafür sicher auch, dass nur geringe Aufwandsentschädigungen (36 bis 41 Euro) bezahlt werden können, vermutet Beate Kolodziejski.

Die lustigsten Wahlkampf-Pannen der Politiker

Zum dritten Mal können die Bürger bei der hessischen Kommunalwahl kumulieren und panaschieren, also gezielt Bewerber bevorzugen. Haben die Offenbacher 2011 häufig davon Gebrauch gemacht?

Ja, das kann man so sagen. Die Wähler wählen durchaus bestimmte Bewerber, bestätigt Kolodziejski. Deshalb steht das Ergebnis auch noch nicht am Sonntagabend fest. Denn sonntags werden nur die Listen ausgezählt. Erst am Montag kommen die Stimmen an die einzelnen Bewerber dran. Deshalb gibt es ein vorläufiges Endergebnis bei Kommunalwahlen immer erst Mitte der Woche.

Kommentare