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OP-Serie: Sascha Lucas von der FDP vorgestellt

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Die Themen Bildung und Verwaltung liegen Sascha Lucas am Herzen. Am 6. März tritt er für die FDP bei der Kommunalwahl an. J Foto: wac

Offenbach - Junge Leute interessieren sich nicht für Kommunalpolitik? Wir treffen uns mit Nachwuchspolitikern, die auf den Listen für die Kommunalwahl zu finden sind. Wir fragen sie, was ihnen wichtig ist. Im sechsten Teil unserer Serie: Sascha Lucas von der Freien Demokratischen Partei (FDP).

Mit seinen 24 Jahren ist für Sascha Lucas die Politik der FDP längst kein Neuland mehr. Seit seinem ersten Semester im Jahr 2012 engagiert sich der Student in der liberalen Hochschulgruppe. Dort hat er es bis zum Bundesvorsitzenden gebracht. Eine zeitintensive Tätigkeit: 30 Stunden pro Woche zusätzlicher Aufwand bei einem Doppelstudium in Soziologie, Politikwissenschaft und Jura und einem Studentenjob in einer Kanzlei. Inzwischen hat er sich etwas zurückgezogen aus der Hochschulpolitik, um sich mehr auf die Kommunalpolitik und die anstehende Wahl zu konzentrieren, bei der er auf Listenplatz 13 für die FDP antritt. Ob da noch Zeit für Hobbys bleibt? „Politik ist mein Hobby, ich sehe das nicht nur als Karrierechance. Generell finde ich, dass das Ehrenamt leider oft zu kurz kommt“, sagt Lucas bestimmt. Auch wenn er natürlich versuche, sich regelmäßig mit Freunden zu treffen, für die er gern kocht, und etwas Sport zu treiben. „Außerdem gehe ich spazieren, wenn das Wetter stimmt, auch mal von Offenbach bis nach Hanau“.

An den Main hat es den gebürtigen Bad Salzuflener nicht zufällig verschlagen. Weil er Verwandte im Rhein-Main-Gebiet hat, wusste er früh, dass er in Frankfurt studieren will. Offenbach als Wohnort kam da wie gerufen: „Ich habe ein schönes und großes Zimmer, das ich mir in Frankfurt niemals leisten könnte.“ Und dennoch sei ihm damals gleich eine Baustelle aufgefallen, die er heute auf seiner politischen Agenda hat: Das Thema Verwaltung. Die vielen Amtsgänge, so der Student, müssten sich doch reduzieren lassen. „Es sollte sich viel mehr mit nur einem Termin abhandeln lassen.“ Noch wichtiger ist ihm aber die Bildung. Sowohl bei der Sanierung als auch bei der Digitalisierung Offenbacher Schulen müsse deutlich mehr getan werden. „Der Umgang mit digitalen Medien sollte in Schulen selbstverständlich sein. In zwanzig Jahren wird es eine Vielzahl an Jobs geben, die wir heute noch gar nicht kennen. Darauf muss man sich einstellen“, erzählt er. Ebenfalls gelte es, den Standort Offenbach als Kreativstadt noch mehr zu etablieren. So könne auch der Einzelhandel gestärkt werden und in so manche Ladenzeile wieder Leben einkehren. „Offenbach ist eine lebenswerte Stadt: Bunt, gemischt und damit auch attraktiv für Jungunternehmer. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen.“

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FDP-Mitglied ist Lucas seit 2014. Er fühle sich gut aufgehoben bei den Liberalen, auch, weil die Partei so offen für junge Themen sei. Auf die Frage, weshalb er der FDP gerade in einer Zeit beigetreten ist, in der es nicht so ganz optimal für die Liberalen lief, muss er schmunzeln. „Ein Stück weit war das eine Trotzreaktion. Auch wenn ich mich den Werten der Partei schon deutlich früher verpflichtet gefühlt habe.“ Standfestigkeit sei für ihn in diesem Zusammenhang ein wichtiger Begriff. Eine Eigenschaft, die er gerade bei seinen politischen Vorbildern wie Nicola Beer und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bewundere. Mit dieser Einstellung ließe es sich auch mit jenen Kommilitonen diskutieren, für die die FDP kein Sympathieträger ist. „Da muss man offen und kritikfähig sein. Und natürlich glaubwürdig auftreten.“

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