Erste Ergebnisse aus Offenbach

Wenigstens drei Gewissheiten beschert der gestrige Wahltag: Die Beteiligung liegt sicher über den kläglichen 31 Prozent von 2006; im Stadtparlament werden künftig neun Gruppierungen vertreten sein; die Grünen sind dank wohl verdoppeltem Stimmenanteil der unumstrittene Wahlsieger.

Ansonsten konzentriert sich das kommunalpolitische Offenbach auf den Mittwoch, an dem auch die bislang nicht berücksichtigte knappe Hälfte der Stimmzettel mit Bewerber-Kreuzchen ausgezählt sein soll. Dann erst steht unter anderem fest, ob die momentan vorne liegende CDU oder doch die SPD die stärkste Fraktion stellen wird. Die reinen Listenwähler produzierten diesen Prozent-Trend (in Klammern der von 2006 und die möglichen Sitze): CDU 30,7 (36,6/22), SPD 25,6 (31,6/18), FDP 4,1 (6,1/3), Grüne 22,2 (10,6/16), Die Linke 6,3 (6,2/4), Republikaner 4,0 (5,0/3), Freie Wähler 2,6 (2,5/2); bei ihrem erstmaligen Auftritt zeichnen sich für die Piratenpartei 2,5 (2 Sitze) und für das Forum Neues Offenbach 2,0 (1) Prozent ab.

Verschiebungen sind in jedem Umfang möglich, wenngleich sich an den deutlichen Verlusten von CDU und SPD wohl wenig ändern wird.

2006 etwa konnte die FDP dank der Kumulierer und Panaschierer anderthalb Prozent zulegen. Diesmal zeichnet sich aber ab, dass die Partei nicht mehr unbedingt in einer Koalition gebraucht wird und es für eine rotgrüne Mehrheit reichen könnte. Einen besonderen, nicht einzuschätzenden Faktor stellt der Umstand dar, dass sich eine Initiative namhafter Offenbacher für einen SPD-Kandidaten auf aussichtslosem Listenplatz stark gemacht hat.

Gestern Abend waren sich alle Parteisprecher einig, dass dieser Trend nicht von kommunalpolitischen Einflüssen, sondern vom „Japan-Effekt“ beeinflusst war. Grünen-Fraktionschef Peter Schneider sagte, er habe mit 16 Prozent gerechnet. Oberbürgermeister Horst Schneider nahm das Minus für seine SPD mit Galgenhumor: „Der Atomausstieg ist mir das wert.“

baw

Rubriklistenbild: © op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare