Kondition für lange Saison

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Sympathische Frohnaturen, die viel vorhaben: Als Sabine I. und Herbert II. besteigen Frau Schumacher und Herr Mahlow Lederaniens Thron.

Offenbach ‐ Ein gar zu zartes Prinzenpaar hätte die lange Kampagne 2010/11 vielleicht nicht vertragen. Um bis zum 10. März eine Vielzahl närrischer Veranstaltungen durchzuhalten, ist Statur gefordert. Von Thomas Kirstein

Und tatsächlich sind sie sehr präsent, die beiden, die der Offenbacher Karnevalverein (OKV) am 22. Januar in der Stadthalle krönt. „Wir haben jemand gesucht, der zusetzen kann“, scherzt OKV-Vorsitzender Manfred Roth, bevor er am 11.11. um 11 Uhr 11 im Hause M. Schneider vor Komiteemitgliedern und interessierten Offenbachern das gehütete Geheimnis lüftet: Sabine I., bürgerlich Schumacher, und Herbert II., bürgerlich Mahlow, werden die Narren regieren. Beide sind echte Offenbacher mit Wurzeln in Bürgel und Bieber, hatten vorher keine Verbindung, fanden sich aber auf Anhieb sympathisch.

Ein seit Kindheitstagen gehegter Traum

Sie, Jahrgang 1967 und Albert-Schweitzer-Abiturientin, ist Anwaltsassistentin in einer internationalen Frankfurter Kanzlei und fastnachtlich durch den Lebensgefährten geprägt - der heißt Michael Millitzer und ist Vorsitzender der Seligenstädter Fastnachtsfreunde. Wie sich Sabine Schumacher, die in Tempelsee wohnt, den seit Kindheitstagen gehegten Traum erfüllte, dürfte einmalig sein. Im Salon von Hoffriseurin Karin Wagner meldete sie erfolgreich einfach mal ihre Thronansprüche an: „Wie kann ich Prinzessin werden?“

Er, Jahrgang 1954, ist ein alter Hase in der Fastnacht, seit 1971 tänzerisch aktiv. Das Männerballett der Ranzengarde Bürgel muss in diesem Jahr auf seine „Gazelle“ und ihre ausgeprägten Rundungen verzichten; bis gestern hat er Knieprobleme vorgeschoben. Eigentlich wollte der Bankkaufmann Herbert Mahlow, bei den Kickers als Schatzmeister der OFC-Jugend tätig, seine Tochter Yasmin zur Prinzessin machen. Aber die junge Dame hatte sich auf einen jungen Herrn als Prinzen versteift, der keine Lust dazu hatte. Jetzt wird halt Papa Prinz. Gattin Karin, sagt er, wird davon schon noch begeistert werden.

Ganz viele Ideen, etwa für eigene Gesangbeiträge, umsetzen

Sabine I. und Herbert II. bezeichnen sich als Offenbacher mit Leib und Seele. Dass sie an ihren neuen Rollen in der Fassenacht viel Freude haben werden, sieht und hört man ihnen bereits an. Dass die Würden auch finanzielles Engagement im vierstelligen Bereich (Prinzenornat, -orden und -essen für den Hofstaat) bedeutet, wird bei den Frohnaturen sicher der Spaß an der Sache aufwiegen. Bei Sabine stehen die Mama und der Arbeitgeber - dessen Hauptsitz im närrischen Düsseldorf verpflichtet - dahinter.

Sie strahlt übers ganze Gesicht, als sie ankündigt, dass sie in der Zeit ihrer Regentschaft ganz viele Ideen, etwa für eigene Gesangbeiträge, umsetzen wolle. Mehr möchte sie noch nicht verraten. Aber wer Sabine und ihren nicht minder begeisterten Prinzen Herbert gestern im Kaufhaus M. Schneider erlebt hat, darf eins voraussagen: Die lederanischen Fassenachter dürfen sich auf einiges gefasst machen.

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