Konjunkturklimaindex der IHK Offenbach kaum verändert

Wirtschaft als Stabilitätsanker

Offenbach - Trotz gesellschaftlichen Herausforderungen bleibt die Stimmung in der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach ungetrübt. Der Arbeitsmarkt zeigt sich in guter Verfassung. Von Marc Kuhn 

„Weltweite Krisenherde, Angst vor terroristischen Anschlägen, zunehmender Rechtspopulismus in der Parteienlandschaft Europas, Diskussionen über Grenzschließungen, gesellschaftliche und innenpolitische Spannungen innerhalb Deutschlands: Das alles beeinflusst die Konjunktur in der Region Offenbach zurzeit kaum“, erklärte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach, Markus Weinbrenner. „Die Wirtschaft ist der Stabilitätsanker in turbulenten Zeiten.“ Der Konjunkturklimaindex der IHK hat sich gegenüber Herbst 2015 kaum verändert.

Die aktuelle Lage werde von den Unternehmen geringfügig schlechter und die zukünftige Lage minimal besser beurteilt, teilte die IHK mit. „88 Prozent der Befragten erwarten im Jahresverlauf gleichbleibende oder bessere Umsätze“, berichtete Weinbrenner. „Im Branchenvergleich sind die Industriebetriebe und der Großhandel merklich zuversichtlicher als zuletzt. Die Dienstleister schwächen ihre Einschätzung zwar ab, haben aber trotzdem eine überdurchschnittlich positive Geschäftserwartung.“

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region Offenbach sollte sich im Jahr 2016 fortsetzen, erläuterte die IHK. 23 Prozent der Unternehmen benötigten mehr Mitarbeiter, nur jeder zehnte Betrieb habe weniger Personalbedarf. Trotz der aktuell guten Wirtschaftslage im Verarbeitenden Gewerbe bestehe zurzeit kein zusätzlicher Personalbedarf. „Hier macht sich offenbar der Trend zur verstärkten Automatisierung bemerkbar“, sagte Weinbrenner. Dafür suchten die Baubranche und die unternehmensorientierten Dienstleister dringend nach Fachkräften.

Die Einschätzung der Einzelhändler verbessere sich wieder leicht, berichtete die IHK. Der Konjunkturklimaindex liege aber auf niedrigem Niveau. „Es scheint, als würde die gute Konsumlaune nicht gänzlich dem stationären Einzelhandel zuspielen“, erklärte Weinbrenner. „Hier entsteht durch die Konkurrenz aus dem stetig wachsenden Onlinehandel ein immer größerer Druck. Die Investitionsbereitschaft ist in der Summe negativ. Im Laufe des Jahres soll aber mehr Personal eingestellt werden.“

Weiter deutliches Steuerplus für die Staatskassen

Sorgen bereite die wieder abgeschwächte Investitionsbereitschaft. Das unruhige politische und gesellschaftliche Umfeld, aber auch die nervösen Finanzmärkte könnten hierfür ausschlaggebend sein. „28 Prozent der Befragten gaben an, im Jahresverlauf mehr investieren zu wollen“, sagte Weinbrenner. „17 Prozent möchten ihr Budget verringern. Damit sind die Investitionsabsichten schwächer, bleiben in der Summe aber positiv. Von dieser Tendenz weichen nur das Bau- und das Verkehrsgewerbe sowie die Kredit-, Finanz- und Versicherungsdienstleister ab. Hier ist mit stärkeren Investitionen zu rechnen.“ Hauptmotive für Investitionen seien Ersatzbedarf (52,8 Prozent), Produktinnovationen (33,5 Prozent), Kapazitätserweiterungen (26,8 Prozent), Rationalisierungen (24,7 Prozent) und Umweltschutz (7,2 Prozent).

Rubriklistenbild: © dpa

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