Stimmung in der Region hellt sich auf

Offenbach - Die Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach zeigen sich zwar zuversichtlich.

Mit 121,3 Punkten steigt der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach um 8,4 Zähler im Vergleich zur Umfrage im Frühsommer und erreicht damit den höchsten Stand der vergangenen zwei Jahre, wie die Kammer gestern mitteilte. Die gute Stimmung schlägt sich aber nicht auf dem Arbeitsmarkt nieder. „Für den Aufschwung sorgt die positive Bewertung der aktuellen Geschäftslage“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. „86 Prozent der Unternehmen blicken zudem optimistisch in die Zukunft und gehen von gleich bis besser laufenden Geschäften aus. Die zuletzt noch sehr restriktiven Investitionspläne werden nach oben korrigiert, wenn auch zögerlich.“

Der Ausblick der Unternehmen auf die künftige Geschäftslage habe sich erneut leicht verbessert, berichtete die IHK. 26 Prozent seien besonders optimistisch, 60 Prozent erwarteten gleich bleibende Geschäfte und 14 Prozent gingen von einer Verschlechterung aus. „Die Industrieunternehmen sind weniger zuversichtlich als zuvor“, sagte Weinbrenner. „Dahingegen profitiert der Einzelhandel von der positiven Konsumstimmung und rechnet, wie auch die unternehmensbezogenen Dienstleister, im Jahresverlauf mit höherem Umsatz.“ Im Gastgewerbe und bei den Kredit- und Versicherungsdienstleistern überwiege allerdings eine skeptische Mehrheit. „Während die Firmen im Landkreis höhere Geschäftserwartungen an die Zukunft haben, bleiben diese in der Stadt verhalten.“

Die Investitionsbereitschaft habe wieder zugenommen, bleibe aber auf niedrigem Niveau, so die Kammer. Im Frühsommer wollten 26 Prozent ihr Budget zurückfahren, zum Herbst seien es nur noch 15 Prozent. Demgegenüber plane jetzt jeder fünfte Unternehmer mehr am Standort zu investieren. Immer noch herrsche Unsicherheit wegen der Eurokrise, und nach der Bundestagswahl bleibe der Ausgang der Steuerdebatte unklar. „Die Stabilisierung auf dem regionalen Arbeitsmarkt deckt sich mit den Erwartungen an die gesamtdeutsche Beschäftigungsentwicklung“, erklärte Weinbrenner weiter. „Neun Prozent müssen Personal entlassen, 14 Prozent der Unternehmen möchten allerdings in nächster Zeit mehr Arbeitskräfte einstellen.“ Die zögerliche Personalplanung trotz guter Lage und gestiegenen Erwartungen erklärt die IHK mit Unsicherheiten bei der Lohnentwicklung: Ein Drittel der Befragten gebe an, in steigenden Arbeitskosten ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung zu sehen.

(ku)

Rubriklistenbild: © dpa

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