Von Passanten Dank, von Radlern Unverständnis

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Erwischt: Die Stadtpolizisten sprechen eine Radfahrerin an, die sich nicht an das Verbot gehalten hat. Uneinsichtig zeigte sich gestern lediglich ein Radfahrer. Dafür zahlte er zehn Euro. Generell gilt: Die Kontrollen werden fortgesetzt.

Offenbach ‐ 148 mündliche Verwarnungen, eine schriftliche: Die Stadtpolizei kontrollierte gestern wieder einmal Radfahrer in der Fußgängerzone. Von 9.30 bis 14 Uhr stoppten die Uniformierten in Frankfurter Straße, Herrnstraße und auf dem Stadthof Velolenker. Von Martin Kuhn

„Mit viel Fingerspitzengefühl seitens des Außendienstes“, betont Pascal Becker, Sachgebietsleiter der Stadtwache. Lediglich ein Radler zeigte sich uneinsichtig. Er erhielt eine schriftliche Verwarnung in Höhe von zehn Euro. Die enorme Anzahl der kontrollierten Personen zeige jedoch, dass es in Zukunft verstärkt zu Verwarnungsgeldern kommen werde, „da bei dauerhaft mündlichen Verwarnungen der erwünschte Lernerfolg ausbleibt.“ Die hohe Zahl lässt freilich auch einen anderen Schluss zu: Die Verkehrsführung gerade für Radler ist in der Innenstadt mehr als bescheiden.

Denn bei der Kontrolle stellte sich heraus: „Viele Radfahrer gaben zu, dass sie das zeitlich begrenzte Fahrverbot kennen.“ Bleibt die strittige Frage, warum es oft missachtet wird: Gewohnheit? Bequemlichkeit?  Unstrittig sei, dass es für Passanten immer wieder zu gefährlichen Situationen kommt. Becker: „Die Sicherheit kann bei einem so hohen Aufkommen an Radfahrer verbunden mit den teilweise hohen Fahrgeschwindigkeiten nicht mehr gewährleistet werden.“

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