„Rock in den Mai“

Konzert: Ärger über die Polizei

Offenbach - Während die Polizei auf dem Wilhelmsplatz eine Massenschlägerei beendet, ärgern sich andernorts in Offenbach Veranstalter und Besucher eines Konzerts über einen Einsatz der Offenbacher Beamten.

Auch in diesem Jahr hat Johannes Matthias in der „Kommune 2010“ auf dem ehemaligen Fredenhagen-Gelände den „Rock in den Mai“ organisiert. Zahlreiche Bands spielen auf zwei Bühnen auf dem Gelände an der Sprendlinger Landstraße. Bis um 1 Uhr sind die Konzerte angemeldet und genehmigt, wegen eines Gewitters verzögert sich der Zeitplan etwas, so dass der Auftritt der letzten Band einige Minuten später endet. Kurze nach den letzten Klängen taucht die Polizei auf und sorgt mit ihrem Auftreten für Ärger bei dem Veranstalter und einigen Konzertbesuchern.

„Es ist doch vollkommen in Ordnung, dass die Polizei nach dem Rechten sieht, allerdings sind die Beamten sehr  respektlos, gar arrogant und provokativ aufgetreten“, sagt Johannes Matthias. Ein Streifenwagen sei auf das Gelände gefahren und habe die Anwesenden mit dem Fernlicht geblendet. Ein Polizist habe ihn aufgefordert, sofort die Veranstaltung aufzulösen, sonst müsse die Polizei das Gelände räumen. „Dabei war die Veranstaltung bereits beendet, die meisten Besucher waren Musiker und Beteiligte“.

Auf seine Einwände entgegnete der Polizist, das sei ihm „scheißegal“. Der Beamte sei aus dem Streifenwagen ausgestiegen und habe sich demonstrativ die Handschuhe angezogen, „so kalt war es allerdings nicht“. Auch andere Gäste verleihen ihrem Ärger Ausdruck, ernten laut eigenen Angaben aber ähnlich unfreundliche Reaktionen. Nachdem Johannes Matthias die Konzession vorlegt, sich ausweist und darum bittet, das Problem mit dem Vorgesetzten regeln zu dürfen, tauchen weitere Streifenwagen auf. „Man konnte fast den Eindruck haben, dass die Polizisten kein Interesse an einer entspannten Situation hatten“, so Matthias. „Seit vier Jahren organisieren wir Veranstaltungen und sorgen mit einem eigenen Security-Dienst für Sicherheit. Es gab noch nie Ärger, deswegen verstehe ich das Verhalten einiger Polizisten nicht.“

Eingekesselte Demonstranten, Gewalt, Verletzte

Blockupy: Eingekesselte Demonstranten, Gewalt, Verletzte

Nachdem Matthias die Polizei davon überzeugt hat, dass das Konzert beendet und die Eingänge bereits geschlossen sind, rückt das Polizei-Aufgebot auch wieder ab - nach Angaben des Veranstalters ohne Zwischenfälle. „Wir können froh sein, dass die Konzertbesucher besonnen und friedlich reagiert haben. Es gibt auf anderen Veranstaltungen sicher auch Betrunkene, die sich von einem solchen Verhalten provoziert fühlen.“

Auf Nachfrage bestätigt ein Polizeisprecher einen Einsatz auf dem Festivalgelände, allerdings sei es um Kontrollen wegen des Betäubungsmittelgesetzes gegangen. Es ist nicht das erste Mal, dass Kritik an der Offenbacher Polizei geübt wird: Im Juli vergangenen Jahres beschwerten sich einige Jugendliche über eine Kontrolle der Polizei und warfen den Beamten sogar die unverhältnismäßige Anwendung von Gewalt vor.

(nb)

Kommune 2010: Musik und Kunst

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion