Kooperation von Stadtbibliothek und Schule Bieber-Waldhof

Lust am Lesen wecken

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Sie sind gespannt, wie das Pilotprojekt von den Schülern der Grundschule Bieber (Zweigstelle Waldhof) angenommen wird und räumen schon mal die ersten Bücher ins Regal ein: Bürgermeister Peter Schneider, Schulleiter Klaus-Peter Ehlert, Leiterin der Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle der Stadtbibliothek Claudia D’Amico, Stadtbbüchereichefin Sylvia Beiser und Konrektorin Bettina Laux.  

Offenbach - Kinder für Bücher zu begeistern und ihre Lesekompetenz zu fördern ist Ziel einer bisher einmaligen Kooperation zwischen der Grundschule Bieber, Zweigstelle Waldhof, und der Stadtbibliothek. Die Schulbücherei wird von ihr verwaltet. Weitere Schulen sollen folgen. Von Veronika Schade 

Es ist der Wunschtraum eines jeden Lehrers und Bibliothekars: Schüler, die begeisterte Leseratten sind, in ihrer Freizeit Büchereien aufsuchen, sich ergänzenden Lernstoff und Freizeitlektüre ausleihen. Die Realität sieht allerdings selten so aus, da nehmen Kinder neben der Schule selten ein Buch in die Hand. Vor allem, wenn sie aus einem „bildungsfernen“ Milieu stammen. Das ist bei vielen Kindern in Offenbach der Fall – auch an der Zweigstelle Waldhof der Grundschule Bieber. Eine neuartige Kooperation zwischen der Schule und der Stadtbibliothek soll in den Kindern Leselust und Lesekompetenz fördern. „Wir warten nicht länger, bis die Kinder vielleicht von sich aus in die Bücherei kommen, sondern holen sie da ab, wo sie sind“, sagt Bürgermeister und Bildungsdezernent Peter Schneider. Im Grundschulneubau in Biebers Ortsteil Waldhof stattet die Stadtbibliothek derzeit die Schulbücherei aus. Sie übernimmt zentral die Auswahl, den Einkauf und die Bereitstellung der Medien und sorgt so für einen Bestand, der sowohl den Freizeitinteressen der Schüler als auch den Unterrichtsinhalten entspricht.

Angeschafft werden die Bücher aus dem Etat der Schule. Einige Büchereimitarbeiter befassen sich derzeit fast ausschließlich mit diesem Projekt. „Diese Partnerschaft ist eine Weiterentwicklung der Bibliotheksarbeit“, erklärt Schneider. Die Stadtbücherei erfülle damit ihre gesetzlich geforderte Aufgabe als Bildungsinstitution. „Ihre Leistungen verzahnen sich mit dem Unterrichtsgeschehen.“

Ausweitung auf weitere Schulen geplant

Die Stadt will intensiv verfolgen, wie das Angebot angenommen wird, und plant eine Ausweitung der Kooperation auf weitere Schulen. Konkret vorgesehen ist dies bereits an Theodor-Heuss- und Käthe-Kollwitz-Schule, perspektivisch auch an der Hauptstelle der Grundschule Bieber. „Es ist eine große Bereicherung für uns“, freut sich Schulleiter Klaus-Peter Ehlert, dass gerade seine Einrichtung den Anfang macht.

Die räumlichen Begebenheiten haben gepasst. „Und wir sind gleich auf offene Ohren gestoßen“, lobt Stadtbüchereileiterin Sylvia Beiser. Schulen würden oft zurückschrecken, weil sie die Befürchtung hätten, dass Mehrarbeit auf sie zukomme. Aber auch in Waldhofs Schulbibliothek geht nichts ohne ehrenamtliche Mitarbeit von Eltern, die sich um die Ausleihe kümmern. Noch wartet das eigens errichtete, gemütliche Lesepodest auf Belagerung von Kindern, sind die Regale ziemlich leer. Doch in den nächsten Wochen werden sie mit 800 bis 1000 Büchern gefüllt – vom Bilderbuch und Kinderroman bis hin zum Comic. Außerdem können Lehrer unterrichtsbegleitende Themenkisten ordern, in denen sie außer Büchern auch Medien wie etwa DVDs finden.

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Diese Kisten bietet die Schulbibliothekarische Arbeitsstelle der Stadtbücherei bereits seit einigen Jahren an, sie werden gut angenommen. Ebenso wie der Bücherbus, der regelmäßig Offenbacher Grundschulen anfährt. Damit dies weiterhin reibungslos klappt, hat Chefin Beiser eigens noch einen zweiten Mitarbeiter den Busführerschein machen lassen.

Fast 10.000 Medien arbeitet die Stadtbücherei jedes Jahr ein. „Von den interessantesten bestellen wir künftig einfach ein Exemplar für die Grundschule Bieber mit. So können sich die Kinder über Abwechslung freuen“, sagt Beiser. Für weitere Abwechslung und Lesemotivation sollen verschiedene Veranstaltungen in der Schulbibliothek sorgen – unter anderem kommt Lesehund Bonny. So werden die Grundschüler womöglich bald von selbst den Weg ins Reich der Bücher an der Herrnstraße suchen.

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