Koordination der Modellregion Integration

Integration als Beruf

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Im Koordinierungsbüro im Rathaus sitzt die gebürtige Rumänin Ana-Violeta Sacaliuc Tür an Tür mit dem Integrationsbeauftragten.

Offenbach - Ana-Violeta Sacaliuc beugt sich über ein Diagramm, das ihre Aufgabe erklären soll. In der Mitte ist das Koordinierungsbüro eingezeichnet, ganz unten eine der Aufgaben, die sie am meisten beschäftigen. Von Peter Klein

Zusammen mit ausländischen Vereinen setzt sie Projekte um, die für eine bessere Integration sorgen sollen. Im Rathaus sitzt Sacaliuc Tür an Tür mit dem Integrationsbeauftragten Luigi Marsala. Sie ist für die interkulturelle Öffnung der Verwaltung zuständig und koordiniert Projekte zum Thema Integration wie die Ausstellung „Mein - Dein - Unser Offenbach“ im Haus der Stadtgeschichte. Daneben ist sie immer wieder bei Fachtagungen in Wiesbaden.

Bevor die 43-Jährige ihre Stelle im Rathaus antrat, forschte sie zehn Jahre lang am Institut für Sozialforschung in Frankfurt zu den Themen Integration und Migration. Seit 2010 ist sie ganz praktisch angekommen, hat Erfolge gehabt und Frustrierendes erlebt. Die Modellregion Integration ist ein Projekt der Landesregierung. Sechs Städte und Kreise wurden ausgesucht, um drei Jahre lang zu erproben, wie Integration gelingen kann. Offenbach als Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil in Deutschland scheint wie geschaffen für eine solche Aufgabe. Aber, so stellt Sacaliuc klar: Auch der Hochtaunuskreis ist Modellregion. Dort stellten sich ganz andere Probleme, deshalb gebe es regelmäßig Treffen mit den Verantwortlichen der Modellregionen.

Fünf Offenbacher Schwerpunkte

Offenbach hat sich fünf Schwerpunkte gesetzt: Mit Migrantenvereinen sollen deren Möglichkeiten verbessert werden, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Mit Hilfe des Quartiersmanagements will man die Integration in der direkten Nachbarschaft verbessern. Daneben stehen Bildung, Elternschule und Gesundheitsförderung auf der Agenda, die mit Institutionen wie dem Jugendamt, den AWO-Werkstätten Hainbachtal, dem Verein Kuby. dem Bildungswerk CGIL oder dem Boxclub Nordend umgesetzt werden. Ana-Violeta Sacaliuc als Koordinatorin des Ganzen hat auf jeden Fall einen vollen Terminkalender.

In Timisoara, einer Stadt im Westen Rumäniens, nahe der Grenze zu Serbien und Ungarn, hat sie Soziologie studiert. Dort hatte sie eine feste Stelle in der Verwaltung, war Inspektorin für Menschenrechte mit dem Schwerpunkt Schutz von Kinderrechten. Es seien mehrere Gründe gewesen, die sie um die Jahrtausendwende nach Frankfurt geführt hätten, sagt sie rückblickend. Aber der wichtigste sei wohl ihr Interesse für EU-Projekte gewesen, insbesondere Integrationsprojekte innerhalb der Gemeinschaft.

Erleichterte Kommunikation durch kulturelle Nähe

Dass sie auf ihrer Stelle im Offenbacher Rathaus mit der massenhaften Auswanderung ihrer Landsleute konfrontiert ist, versucht Sacaliuc mit professioneller Distanz zu betrachten. „Ich versuche das Problem als solches zu behandeln und nicht als persönliches Problem zu sehen“, sagt sie. Aber natürlich freue sie sich, dass sie mit CROM und der rumänischen Gemeinde zwei engagierte Vereine an der Seite habe. Und es erleichtere auch die Kommunikation, wenn man nicht erst kulturell zueinander finden müsse. Dann jedoch berichtet sie schnell wieder von ihrer eigentlichen Arbeit. Vom Revisionsamt habe sie die Ansage bekommen, dass die Zusammenarbeit mit den Migrantenvereinen, die mit ihr zusammenarbeiten, sehr viel besser geworden sei. Im Herbst will sie die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentieren.

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