Korruption bei Druckmaschinenbauer „manroland“?

+
Bei der Vorbereitung einer steuerlichen Betriebsprüfung habe die Revision Hinweise auf Provisionszahlungen ohne entsprechende Gegenleistungen gefunden, teilte das Unternehmen mit.

Augsburg/Darmstadt/Offenbach - Es sieht sehr danach aus, als wäre beim Druckmaschinenbauer „manroland“ so einiges nicht mit rechten Dingen zugegangen...

Genauer: Einige Vertriebsmitarbeiter des Unternehmens stehen unter Korruptionsverdacht. Bei der Vorbereitung einer steuerlichen Betriebsprüfung habe die Revision Hinweise auf Provisionszahlungen ohne entsprechende Gegenleistungen gefunden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Augsburg mit.

Lesen Sie zu „manroland“ in Offenbach außerdem:

manroland streicht Jobs

„manroland“ übernimmt Konkurrenten Wifag doch nicht

„manroland“ verlässt Mainhausen

Für „manroland“ Haustarif vereinbart

Bei „manroland“ drohen Mitarbeitern Einbußen

Was mit dem Geld geschehen ist, blieb zunächst unklar, so dass zunächst wegen Steuervergehen ermittelt wird. Die von der Firma eingeschaltete Staatsanwaltschaft in Darmstadt bestätigte die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens. Im Gerichtsbezirk hat das Unternehmen ein großes Werk in Offenbach. Es sei noch nicht klar, um wie viele Beschuldigte und um welche Summen es gehe, erklärte Justizsprecher Ger Neuber. Laut Unternehmen werden insbesondere Provisionszahlungen im Umfeld der Schweizer Tochtergesellschaft Votra S.A. im Zeitraum 2002 bis 2007 geprüft. Das Unternehmen gehört zu 75 Prozent der Investmentfirma Allianz Capital Partners, das übrige Viertel liegt bei dem selbst von einem Korruptionsskandal erschütterten Lastwagen- und Motorenbauer MAN. Der Vorstand habe die komplette Aufklärung der Fälle veranlasst und die Strafverfolgung informiert, teilte „manroland“ mit.

Streichung weiterer 500 Jobs bekanntgegeben

Vorstandschef Gerd Finkbeiner machte deutlich, dass keinerlei Rechtsverstöße geduldet würden. Die Aufklärung habe auch im Lichte der Neuausrichtung höchste Priorität. Die betroffenen Mitarbeiter würden derzeit befragt, berichtete ein „manroland“-Sprecher.

Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller steht vor weiteren Umstrukturierungen: Am letzten Freitag hatte das Unternehmen die Streichung weiterer 500 Jobs bekanntgegeben, 300 davon in Offenbach. Geschäftszahlen hatte „manroland“ zuletzt für 2008 veröffentlicht. Damals verbuchte das Unternehmen Auftrags- und Umsatzrückgänge von 21 beziehungsweise elf Prozent sowie einen Ergebniseinbruch.

dpa

Kommentare