Kosmetik für Kulturdenkmale

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Der Altbau der Leibnizschule: Die West- und Südseite des ehrwürdigen Gemäuers werden komplett nach historischem Vorbild erneuert. 1,1 Millionen Euro kostet das.

Offenbach ‐ Um zwei architektonische Kleinode unter Offenbachs Schulen zu erhalten, saniert die Stadt im nächsten Jahr die Altbauten von Schillerschule und Leibnizgymnasium. An beiden Einrichtungen werden die Fassaden und Fenster - soweit wie möglich nach ihren historischen Vorbildern - erneuert. Von Matthias Dahmer

Dank der Finanzspritze des Landes können die Arbeiten im Zuge des städtischen Schulsanierungsprogramms um einige Jahre vorgezogen werden. Die 1,4 Millionen Euro teure Runderneuerung der Schillerschule wäre gemäß den Planungen im Rathaus erst 2016 dran gewesen, der Leibniz-Bau in der Parkstraße, der für 1,1 Millionen restauriert wird, stand für das Jahr 2015 auf der Prioritätenliste. Die als Kulturdenkmale eingestuften Gebäude, beide um 1910 erbaut, werden laut Planung in den Sommerferien 2010 in Angriff genommen, so dass kein Unterricht dadurch gestört sein wird.

Sanierer nehmen sich Putzfassade vor

Der Denkmalschutz ist es auch, der einer energetischen Sanierung beider Immobilien nach neuestem Stand Grenzen setzt. So etwa bei der Wärmedämmung, die auf der Außenfassade rechtlich nicht möglich ist und von innen zu teuer wäre.

Die 1,4 Millionen Euro teure Runderneuerung der Schillerschule wäre ohne Landesförderung erst im Jahr 2016 an der Reihe gewesen.

Am Altbau der Schillerschule nehmen sich die Sanierer unter anderem die Putzfassade vor, erneuern nahezu alle Fenster und bringen einen außenliegenden Sonnenschutz an. Die im Neorenaissance-Stil von 1908 bis 1910 erbaute Schule, die zunächst den Namen des Offenbacher Schnupftabakfabrikanten Bernard trug und erst im Jahr 1926 in Schillerschule umbenannt wurde, war im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden. Trotzdem ging der Schulbetrieb 1945 wieder los. Mitte der 70er-Jahre wurde die integrierte Gesamtschule innen und außen saniert, wobei die historische Optik teilweise verloren ging. Dass soll nun wieder rückgängig gemacht werden.

Bei Schadstoffbelastung „pflegeleicht“

Für den Altbau der Leibnizschule, in dem die fünften bis siebten Klassen unterrichtet werden, gilt ähnliches. Auch hier beschränkt sich die energetische Sanierung auf die Fenster. Die der West- und Südseite werden komplett nach historischem Vorbild erneuert, im Osten und Norden stehen Überarbeitungen an. Weitere Maßnahmen: Sanierung der Putzfassade, Reinigung der Betonfassade und Restaurierung der Eingangstüren.

Beim Thema Schadstoffbelastung sind die historischen Bauten pflegeleicht. Im Gegensatz zu so manchem Bauwerk späterer Jahrzehnte kommen im Zuge des städtischen Schulsanierungsprogramms erstellte Gutachten zu dem Schluss: kein Handlungsbedarf.

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