Kostenloses Wasser für alle Schüler

Offenbach (mk) - Die Grünen-Fraktion ist aufgrund der neuen Daten der Schuleingangsuntersuchungen besorgt, dass der Anteil von übergewichtigen Kindern in Offenbach weiter jedes Jahr steigt. Ihr Vorschlag: An jeder Schule soll es kostenlose Wasserspender geben.

Lag der Anteil übergewichtiger Kinder in Offenbach im Jahr 2007 noch bei 15 Prozent, so ist er innerhalb von drei Jahren auf 17 Prozent der untersuchten Kinder im Jahr 2010 gestiegen. Weitere Zahlen, die das Team um Amtsärztin Dr. Barbara Schneider zusammengetragen hat: 18 bis 21 Prozent der Kinder mit ausländischen Wurzeln haben Übergewicht; bei den deutschen Kindern sind es 8 bis 12 Prozent.

Es ist beileibe keine Offenbacher Besonderheit: „Damit liegen wir absolut im Trend. Bundesweit konsumieren Jugendliche allein über Limonaden bereits 30 Kilogramm Zucker pro Jahr“, weiß Sabine Grasmück-Werner, Stadtverordnete der Grünen und Lehrerin an einem Offenbacher Gymnasium. „Die Kinder reagieren ungläubig, wenn ich ihnen sage, dass ich zu Hause wie auch in der Schule Leitungswasser trinke und dass es meiner Ansicht nach kein besseres und billigeres Getränk für die Gesundheit gibt“, beobachtet die Pädagogin auch an der eigenen Schule.

Offenbar fehle bei vielen Kindern und Eltern das Bewusstsein dafür, dass Getränke wie Eistee, Fruchtnektar, Sportgetränke und selbst aromatisiertes Wasser aufgrund des Zuckergehalts und der aufputschenden Inhaltsstoffe wie Coffein oder Taurin nicht geeignet sind, die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit gleichmäßig über den Tag aufrecht zu erhalten.

Grüne wollen Verkauf von zuckerhaltigen Getränken unterbinden

Noch viel besorgniserregender ist es für ihre Fraktion, dass an vielen Offenbacher Schulen mit dem Verkauf zuckerhaltiger Getränke zur Bildung der Grundlagen für Übergewicht und Adipositas und damit immer häufiger auch Diabetes beigetragen werde. „Immer mehr Wissenschaftler äußern die Ansicht, dass Zucker ein Suchtmittel ist und ein hoher Zuckerkonsum Kinder für den Rest ihres Lebens konditioniert. Appelle und Ernährungsprojekte helfen da nur sehr bedingt.“

Aus der Sicht von Grasmück-Werner sind das Süßigkeiten, keine Durstlöscher. „Wir sollten einen Weg finden, ihren Verkauf in Offenbacher Schulen schnellstmöglich zu unterbinden. Stattdessen wollen die Grünen erreichen, dass es an jeder Schule Wasserspender gibt, aus denen kostenloses gekühltes Leitungswasser kommt. Bisher sei keine Schule auf das Angebot des Wasserzweckverbands eingegangen, eine Bezuschussung von Wasserspendern in Offenbacher Schulen in Anspruch zu nehmen.

„So ein Angebot in Kindertagesstätten und Schulen würde sehr zu einer gesünderen und gleichzeitig preiswerteren Ernährung der Kinder und Jugendlichen beitragen“, so die Stadtverordnete abschließend. Die Grünen verweisen auf die Broschüre „Trinken in der Schule – Geeignete Durstlöscher in den Schulalltag integrieren“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, die im Internet abrufbar ist.

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