Notfallplan in Kraft gesetzt

Krankenhäuser mit Kapazitätsproblemen

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Offenbach - Die Stadt Offenbach hat einen Notfallplan in Kraft gesetzt, der die beiden örtlichen Krankenhäuser Sana-Klinikum und Kettelerklinik verpflichtet, weitere internistische Patienten aufzunehmen, obwohl sie bereits zu 100 Prozent belegt sind.

Da dies nach Sana-Angaben gegenwärtig auch landesweit der Fall ist, stehen der Leitstelle, die Notfälle zuweist, keine Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Für die Offenbacher Kliniken heißt das, dass sie mehr Patienten in einem Zimmer unterbringen, die interdisziplinäre Belegung verstärken oder sogar auf sogenannte Flurbetten zurückgreifen müssen. Der Notfallplan wurde gemeinsam mit der Feuerwehr der Stadt Offenbach und dem Stadtgesundheitsamts am Rosenmontag beschlossen. Das bedeutet, dass aufgrund eines Aufnahmestopps auf allen Krankenhäusern des Rhein-Main-Gebiets im Bereich der Inneren Medizin Notzuweisungen in die Offenbacher Krankenhäuser vorgenommen werden. Lebensbedrohlich Erkrankte, beispielsweise nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall sind ausgenommen.

Hintergrund ist, dass viele eine saisonale Erkältung oder Durchfallerkrankung haben. Oft wird dann der Rettungsdienst gerufen, obwohl ein Besuch beim Hausarzt oder Bereitschaftsdienst der kassenärztlichen Vereinigung ausreichend wäre. Auf Grund der überdurchschnittlich vielen Erkrankten muss bei den Hausärzten, dem Bereitschaftsdienst und der Notaufnahmen mit längeren Wartezeiten gerechnet werden. Der Rettungsdienst sollte aber in erster Linie nur bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen angerufen werden. Chirurgische Notfälle sind zur Zeit von der Notzuweisung ausgenommen. Die Versorgung schwerstverletzter Patienten ist weiterhin gewährleistet.

tk/ chi

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