Minister zuversichtlich: Reform hilft Hessens Krankenhäusern

Offenbach - Immer wieder gibt es Klagen über Personalknappheit, Infektionen, Behandlungsfehler, unnötige Operationen in Kliniken: Kein Wunder, dass nach einer Umfrage 39 Prozent der Bürger Bedenken oder gar Angst hätten, wenn sie demnächst ins Krankenhaus müssten. Von Peter Schulte-Holtey

Dass Kliniken verstärkt unter Beobachtung stehen, wird auch beim „9. Rhein-Main Zukunftskongress Krankenhaus und Partner“ in Offenbach deutlich. Dort diskutieren seit gestern 400 Klinikexperten aus dem gesamten Bundesgebiet unter anderem über Forderungen aus der Politik nach Qualitätsverbesserungen und -messungen.

Dabei steht für Gesundheitsminister Stefan Grüttner fest, dass auch Patienten in Hessen von der geplanten Krankenhausreform auf Bundesebene profitieren werden. Der CDU-Politiker weist vor allem auf die neuen Qualitätskriterien hin. Je nach Güte der Behandlung im Krankenhaus soll die Klinik mehr oder bei Mängeln sogar weniger Geld erhalten. Die noch festzulegenden Kriterien sollen so einen Anreiz zur Qualitätssteigerung bieten. Auch das Recht für Patienten, sich eine zweite Meinung vor einer geplanten Operation einzuholen, solle unnötige Eingriffe verhindern. Patienten müssten sich absolut sicher sein können, dass nur die Maßnahmen ergriffen werden, die „medizinisch notwendig sind und nicht solche, die für den Behandelnden finanziell attraktiv“ sind, sagte Grüttner. Er warnt zugleich vor einer Überregulierung: „Wettbewerb kann auch Qualitätswettbewerb sein.“

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Georg Baum von der Deutschen Krankenhausgesellschaft bezweifelt aber den Erfolg von erfolgsabhängigen Vergütungen im Krankenhaus: „Wie soll das denn ausgewertet werden? Solche Modelle werden für sehr viel Streit sorgen.“ Umstritten sind auch die Rezepte gegen die derzeit besonders spürbaren Engpässe in vielen hessischen Kliniken bei der „internistischen Notfallversorgung“. Baum forderte neue Vergütungssysteme; für den großen Aufwand müssten Kliniken besser bezahlt werden. Auch Minister Grüttner bringt eine bessere Finanzierung ins Spiel - auch für die Praxisärzte, die oft schnell Patienten in die Klinik-Notfallversorgung überweisen. „Wir müssen dann aber an vielen Stellschrauben drehen“, so der Minister. Sascha John, Geschäftsführer des Sana Klinikums Offenbach, verweist auf die Notwendigkeit der Kooperation mit niedergelassenen Ärzten.

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