Krankenhaus-Übernahme

Klinikum-Personal bangt weiter um Jobs

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Offenbach - Mit Schokomuffins und guten Worten versüßt der Krankenhausbetreiber Sana den Mitarbeitern des Klinikums Offenbach die Privatisierung. Gewissheit über den Erhalt der Jobs gibt es vorerst nicht.

Für die rund 2300 Mitarbeiter des Klinikums Offenbach geht die Unsicherheit hinsichtlich ihrer Zukunft auch nach der Krankenhaus-Übernahme weiter: Der neue Träger - der private Krankenhaus-Konzern Sana - äußerte sich am Montag nicht über mögliche Pläne in Sachen Personalabbau. Geplant seien jedoch Veränderungen in den Servicebereichen, kündigte der Sana-Vorstand auf einer Betriebsversammlung an. Außerdem soll im Einkauf gespart werden. Das Unternehmen hat das hoch verschuldete Hospital zum 1. Juli von der Stadt übernommen. Mit dem Betriebsrat sollen es an diesem Dienstag Gespräche geben.

Das Offenbacher Krankenhaus ist hoch verschuldet. Um es dauerhaft aus der Krise zu führen, will Sana auf ein Patentrezept setzen. Dazu gehören unter anderem mehr Patienten und mehr Kooperationen mit anderen Kliniken in der Region. Der Marktanteil von derzeit etwa 40 Prozent soll auf mindestens 60 Prozent gesteigert werden. Bei den über Jahre krisengebeulten Mitarbeitern warb Sana-Vorstandschef Michael Philippi mit persönlichem Begrüßungshandschlag und Lob für den künftigen Kurs: „Es bleibt das Klinikum derjenigen, die hier arbeiten.“

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Beschäftigte blieben dennoch skeptisch: „Viel erfahren haben wir ja nicht“, bilanzierte eine Mitarbeiterin. Details zu seinen Plänen will der neue Träger voraussichtlich erst in einigen Monaten bekanntgeben. Sana gehört mit 48 Kliniken und einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro zu den größten Krankenhaus-Konzernen in Deutschland. Das Unternehmen hatte das Klinikum Offenbach Anfang Mai zu einem symbolischen Preis von einem Euro von der Stadt erworben und hat bereits Investitionen von rund 110 Millionen Euro angekündigt. Offenbach ist der erste Sana-Standort im Rhein-Main-Gebiet.

Demonstration der Klinikum-Mitarbeiter

Demonstration der Klinikum-Mitarbeiter

dpa

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