Städtische Info-Kampagne soll Jugendliche für die richtige Entsorgung sensibilisieren

Kreativ gegen Kaugummis

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„Gummimonster“ als Mahner: Projektleiterin Sabine Süßmann und Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß stellen ein Poster der Kampagne vor.

Offenbach ‐ Der Vorwurf, das Motto wäre unter Umständen irreführend und außerdem schon ein bisschen ausgekaut, kann angesichts des verfolgten Zwecks nicht erhoben werden: „Gib Gummi“ heißt eine Info-Kampagne der städtischen Initiative „Besser leben in Offenbach“, mit der vor allem Jugendliche dafür sensibilisiert werden sollen, nicht achtlos Kaugummis auf die Straße zu spucken. Von Matthias Dahmer

Für die anstehenden „Kaugummi-Wochen“ haben sich die Macher ein auf die Zielgruppe der 10- bis 20-Jährigen zugeschnittenes kreatives und alles in allem rund 30 000 Euro teures Programm ausgedacht. Seit dieser Woche sind entsprechende Plakate an insgesamt 54 Bushaltestellen und auf 200 städtischen Dreiecks-Ständern angebracht. Darauf fordert ein „Gummimonster“ dazu auf, die Kaugummis nicht auf die Straße, sondern in die Mülltonne zu werfen - auch diese sind der besseren Wiedererkennung wegen speziell gestaltet.

Nach Ende der Winterferien wird die Kampagne an Schulen fortgesetzt. Los geht es an der Edith-Stein-Schule, es folgen Bach-, Schiller- und Leibnizschule. Ein Bus mit Motiven der Aktion und jungen Werbern, den „Kaugirls“ und „Kauboys“ bestückt, informiert zum Thema und soll auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken über die richtige Entsorgung der klebrigen Masse anregen. Im Bus können sich die Jugendlichen mit einer möglichst großen Kaugummiblase fotografieren lassen. Die so entstandenen Bilder werden später vertont und zusammengeschnitten in das Internet-Videoportal YouTube gestellt. Dazu gibt’s ein Abreißheftchen mit eine Packen Papierblätter, in die der Kaugummi eingewickelt werden kann, bevor er in den Mülleimer wandert. Noch im Planungsstadium sind nach Angaben von „Besser leben“-Projektleiterin Sabine Süßmann ein „Kaugummibrunnen“ und eine Säule, an die man Kaugummis klebt. Möglicher Standort könnte der Marktplatz sein.

Die Kampagne läuft präventiv und parallel zur Nachsorge. Denn der Kampf gegen die Kaugummis an der Schuhsohle, gegen die zunächst klebrigen, später dunklen Flecken auf Straße und Plätzen, läuft schon seit einiger Zeit. Dass etwas getan werden musste, belegte allein der Umstand, dass in der City bis zu 80 ausgespuckte Gummis pro Quadratmeter Asphalt gezählt wurden.

So hat der Stadtdienstleister ESO seit dem Frühjahr - nach Tests mit verschiedenen Methoden - mittels eines auf Wasserdampf basierenden Verfahrens rund 5 000 Quadratmeter der Fußgängerzone zwischen Kaiserstraße und Marktplatz von den unschönen Hinterlassenschaften befreit. Mit einem Druck von bis zu 130 Bar wurden die betroffenen Flächen bearbeitet, damit verabschiedeten sich nur Kaugummisreste, sondern auch andere Verfärbungen. Pro Tag schafften die Reinigungskräfte 30 bis 50 Quadratmeter. „Der Schnee hat uns dann einige Meter vor dem Marktplatz gestoppt“, sagt Ordnungsdezernent Paul-Gerhard Weiß.

Ob der sichtbare Erfolg von Dauer sein wird, können die Säuberer nur hoffen. „Wir gehen davon aus, dass die Nachverschmutzung dadurch nachlässt“, formuliert ESO-Sprecher Oliver Gaksch. 100 000 Euro lässt sich der Stadtdienstleister den Kampf gegen Kaugummiflecken kosten.

Das Projekt „Besser leben in Offenbach“ läuft seit Herbst 2007. Darin bündeln Stadt und Stadtwerke ihre Aktivitäten für mehr Sauberkeit und Lebensqualität in der Stadt. Bei einer Vielzahl von Projekten - darunter Kampagnen gegen Hundekot und Zigarettekippen - können die Offenbacher auch selbst mitmachen. Bislang haben sich die Beteiligten im Mathildenviertel, in der Innenstadt und im Nordend für mehr Sauberkeit eingesetzt. Seit dem Frühjahr dieses Jahres ist Lauterborn als viertes Quartier an der Reihe.

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