100 Millionen Euro aus dem Heureka-Programm

HfG-Neubau: Kreativenschmiede zieht an Hafen

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Die Offenbacher Hafeninsel wird von der sogenannten Hafentreppe kontinuierlich Richtung Westen bebaut. Der Pfeil markiert in etwa den möglichen HfG-Standort. Dort sind etwa 15.000 Quadratmeter freigehalten. Am Kaufpreis sollte das ganze Projekt jetzt nicht mehr scheitern.

Offenbach - Die Stadt wartet seit neun Jahren auf diese Botschaft: Die HfG erhält einen Neubau am Offenbacher Hafen. Wissenschaftsminister Boris Rhein nennt das, was er gestern vor Journalisten präsentiert, eine „gesicherte Finanzierungsperspektive“. Von Martin Kuhn 

Bis die ersten angehenden Designer und Künstler einziehen, vergehen noch ein paar Jahre. Bis 2025 sollte es aber soweit sein. Im HfG-Raum 101 lächeln sie um die Wette. Ist ja auch leicht bei einer Nachricht, um die alle bis zur Pressekonferenz ein Geheimnis machen: 100 Millionen Euro aus dem sogenannten Heureka-Programm fließen für den Hochschul-Neubau nach Offenbach. Hessen-Minister Boris Rhein, HfG-Präsident Professor Bernd Kracke und OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha nutzen schon mal Superlative fürs lang ersehnte Projekt. „Super“ für die HfG, ebenso für die Stadt und am Ende auch für die Entwicklung des Hafens – „aber daran denke ich wirklich zuletzt“, bekennt Matha für die Offenbacher Projektverwaltungsgesellschaft.

Erste kritische Zwischenfragen, ob das Vorhaben etwa am noch zu verhandelnden Preis für die etwa 15.000 Quadratmeter Baugrund scheitern könnte, verneint sie entschieden: Man einige sich da schon... Aber gibt’s denn einen Plan B? „Wozu?“, signalisiert Boris Rhein sofort ein ministerielles und deutliches Bekenntnis zum Hochschulstandort Offenbach, der bekanntermaßen der kleinste im Hessenland ist. Der CDU-Politiker redet erst gar nicht drumherum, dass von den drei Milliarden Euro des Hochschulbauprogramms Heureka bislang vor allem Frankfurt (Campus Westend) profitiert habe. Mit der Fortschreibung des Programms und einer weiteren Milliarde setze die Landesregierung nun einen Schwerpunkt auf ihre Kunsthochschulen – neben der HfG die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Dabei zollt Rhein den Offenbachern mehr als Respekt: „Die besondere Rolle einer Hochschule lässt sich nicht allein an ihrer räumlichen Größe messen.“

Rundgang durch die Hochschule für Gestaltung

Die ist bekanntlich längst nicht mehr ausreichend für bis zu 700 Studenten. Aktuell verfügt die HfG über gut 7 500 Quadratmeter Fläche, wobei eine Außenstelle in der Geleitsstraße mitgerechnet ist. Dass das alles nicht mehr zeitgemäß ist, wirft Professor Kracke beinahe beiläufig ein: „Wir sitzen hier in einem Gebäude, das Hugo Eberhardt 1912 gebaut hat. Das passt nicht mehr zu dem, was wir heute brauchen.“ Dem Präsidenten geht es darum, „Kunst und Design zukunftsfähig zu positionieren“. Eine Hochschule bleibe nicht stehen, sondern versuche zu antizipieren, „was wir in 20, 30 oder 40 Jahren benötigen“. Aktuelle Herausforderungen seien etwa die digitale Entwicklung und die Globalisierung. Die HfG befindet sich nach seinen Worten im ständigen Wettkampf um die besten Köpfe – was nicht nur für die Professoren gelte. Von daher komme der Standortfrage im Vergleich zu Hochschulen auf der ganzen Welt zunehmend besondere Bedeutung zu. Der Raumbedarf liege bereits vor.

Und für den wohl 2016 folgenden Architekten-Wettbewerb gibt Bernd Kracke mit auf den Weg: „Wir brauchen keinen Prunkbau, sondern größtmögliche Flexibilität.“ Das vernimmt Boris Rhein mit Blick auf die auch in Hessen endlichen Finanzmittel sicher gern. Weitere Fragen zu Zahlen verbieten sich, er gibt nur zu bedenken , dass „eine HfG-Erweiterung am heutigen Standort nicht möglich gewesen wäre“.

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