Arbeitskreis „Schule-Wirtschaft“

Kreativität und Inhalt zählen

Offenbach - Nach zwei bis drei Wochen ist ein Praktikum für Schüler zwar vorbei, aber im Anschluss geht die Arbeit mit dem dazugehörigen Bericht erst so richtig los. Von Sabrina Kristen

In den Räumen unserer Zeitung wurden die besten Praktikumsberichte von Schülern aus Offenbach durch Vertreter des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft geehrt. Rund 800 Jugendliche der Region verbanden die Pflichtaufgabe Praktikumsbericht mit einem angenehmen Nebeneffekt: Sie reichten ihre Arbeit beim 14. Wettbewerb „Der beste Bericht des Schülerbetriebspraktikums“ ein. Eine fünfköpfige Jury wählte darunter die besten Arbeiten aus. „Besonders viele Berichte erreichten uns aus der gymnasialen Mittelstufe, während die Beteiligung der Haupt- und Realschulen zurückging“, sagt Reinhold Mainsch, Geschäftsführer des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft Osthessen.

In die Bewertung der Berichte flossen neben der formalen Struktur und dem optischen Gesamteindruck der Inhalt sowie die kreative Einbindung von Fotos und Grafiken ein. Die einzelnen Arbeiten der Schüler sind mit der Unterstützung ihrer Lehrer entstanden. Die Sieger wurden nach der jeweiligen Schulform ermittelt. „Hinter dem Bericht steckt schon jede Menge Arbeit und Zeit. Aber es hat sich gelohnt. Die Auszeichnung werde ich bei meinen Bewerbungen auf jeden Fall mit einreichen“, erzählt Boris Neskovic, der den zweiten Platz der Integrierten Gesamtschule erzielt hat. Der 14-Jährige hat ein dreiwöchiges Praktikum bei einer Filiale von Bäcker Eifler absolviert. „Dort war es super – Ich musste nicht putzen, sondern konnte richtig mit anpacken“, sagt Neskovic.

Einblicke in den Arbeitsalltag

Die Schüler erhalten beim Betriebspraktikum die ersten Einblicke in den Arbeitsalltag – aber nicht bei jedem Jugendlichen müssen diese zwangsläufig positiv ausfallen. „Durch meine Zeit im "cphefele"-Architekturbüro in Frankfurt habe ich gemerkt, dass dieser Beruf absolut nichts für mich ist“, erzählt Sascha Kipper, der sich mit seinem Bericht den 1. Platz der gymnasialen Oberstufe sicherte. Seiner Kreativität freien Lauf lassen und sehr viel Zeichnen – so hat sich der 17-Jährige nach eigenen Angaben seine Zeit dort vorgestellt. „Aber als Architekt ist man ja viel häufiger auf Baustellen unterwegs und überwacht dort die Sicherheitsvorkehrungen“, so Kipper.

Ein Praktikum helfe schließlich auch dabei, Fehleinschätzungen bei der Berufswahl zu vermeiden und den richtigen Schritt in Sachen Traumberuf zu gehen, findet Miriam Fuchs von der Offenbacher Sparkasse, die die Preise stiftete. Aufgrund ihrer Auszeichnung haben die Jugendlichen, Fuchs’ Meinung nach, bei Bewerbungen besonders gute Chancen. „Die Personalverantwortlichen können doch dank der Urkunde sofort erkennen, dass der Bewerber besonders fleißig und sorgfältig ist“, erläutert Reinhold Mainsch, der den hohen Stellenwert eines Praktikumsberichts vollkommen richtig findet. „Diese umfangreiche Arbeit ist doch ein super Training für das Bewerbungsverfahren, das auf alle Schüler früher oder später zukommen wird“, sagt der Geschäftsführer von Schule-Wirtschaft.

Hier die Sieger und der Praktikumsbetrieb im Überblick:

Christina Krämer (Rudolf-Koch-Schule) – Polizeipräsidium Frankfurt; Pauline Zimmer (Rudolf-Koch-Schule) – Vacuumschmelze GmbH & Co.KG, Hanau; Ida Müller (Leibnizschule) – Rechtsanwälte & Notare Hüttl & Kollegen, Frankfurt; Maria Mavromati (Edith-Stein-Schule) – Augenpraxis Offenbach;  Boris Neskovic (Edith-Stein-Schule) – Bäcker Eifler, Offenbach; Ferdes Alji (Edith-Stein-Schule) – Bürgerbüro, Stadtverwaltung Offenbach; Eugenia Iosob (Bachschule) – Hair & Beauty Company, Offenbach; Alexandra Cretu (Bachschule) – Zahnarztpraxis Enikö Bodöczi, Offenbach; Halil Cabadak (Bachschule) – Rewe GmbH, Offenbach; Sascha Kipper (Rudolf-Koch-Schule) – "cphefele"-Architekturbüro, Frankfurt; Clara Gehrunger (Albert-Schweitzer-Schule) – Tonstudio Team17audio,   Budenheim; Rebecca Fischer (Rudolf-Koch-Schule) – Universitätsbibliothek, Frankfurt; Serkan Erol (Albert-Schweitzer-Schule) – Siemens AG Infrastructure & Cities, Frankfurt.

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Rubriklistenbild: © dpa

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