Mehrere Beschuldigte aus dem Kreis Offenbach

Kiloweise Koks unter Zementsäcken: Ermittlungen gegen Drogenbande

Ein Zollfahnder untersucht am 03.02.2017 in Hamburg ein Päckchen, in das Kokain eingewickelt ist.
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30 Päckchen Kokain hatten Ermittler in einem Laster entdeckt. Der Fund könnte mit den Ermittlungen gegen die Beschuldigten aus Offenbach und Frankfurt zusammenhängen. (Symbolbild)

Die Polizei ist einer mutmaßlichen Drogenbande auf die Spur gekommen. Beschuldigt sind acht Männer aus dem Kreis Offenbach und Frankfurt. Es soll um Schmuggel von Cannabis und Kokain in großem Stil gehen.

Offenbach – Es ist ein Drogen- Krimi, der selbst im Straftaten erprobten Rhein-Main-Gebiet nicht alltäglich ist und hinter dem Verbindungen zum spektakulären Fall der vor Kurzem aufgeflogenen holländischen Drogenbande vermutet werden, die in Überseecontainern Folterkammern eingerichtet hatte.

Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren gegen insgesamt acht Beschuldigte aus mehreren Kommunen des Kreises Offenbach und aus Frankfurt wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln, wie Pressesprecherin Nadja Niesen auf Anfrage bestätigt. Ansonsten hält sich die Anklagebehörde mit Details bedeckt, verweist lediglich darauf, dass Zeugen vernommen werden, sichergestellte Mobiltelefone und sonstige Beweismittel ausgewertet werden. Bis auf einen befinden sich alle Festgenommenen in U-Haft.

Offenbach: Ermittlungen gegen Drogenbande - Beschuldigte aus dem Kreis

Nach Informationen dieser Zeitung geht es um den Schmuggel von Cannabis und Kokain in großem Stil. Am Morgen des 30. Juni dieses Jahres schlagen die Fahnder zu: In einer konzertierten Aktion, so berichten Insider, werden die acht Personen festgenommen: Zwei von ihnen haben ihren Wohnsitz in Frankfurt, die anderen kommen unter anderem aus Egelsbach, Neu-Isenburg, Dreieich und Dietzenbach. Zeitgleich werden die Firmenräume einer GmbH in Dreieich durchsucht.

Dem voraus geht Anfang März zunächst die Kontrolle eines Lkw auf der Autobahn bei Lörrach in Baden-Württemberg. In dem Brummi mit Siegener Kennzeichen, der vom spanischen Malaga ins Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, entdeckt die Polizei 63,5 Kilo Cannabis. Etwa einen Monat später, am 7. April, ein ähnliches Spiel: Auf einem Autobahn-Rastplatz in der Schweiz fangen die Fahnder einen Laster ab, der in Rotterdam beladen wurde, einen Zwischenstopp in Mühlheim am Main einlegte und das Alpenland zum Ziel hat. Bei der Durchsuchung werden die Beamten unter Zementsäcken fündig: 30 Päckchen Kokain, Gewicht jeweils ein Kilo, geschätzter Verkaufswert auf den Straßen Frankfurts um die 1,5 Millionen Euro.

Kreis Offenbach: Polizei kommt mutmaßlicher Drogenbande auf die Spur - Hinweise von V-Mann

Auf die Spur der mutmaßlichen Drogenbande waren die Ermittler durch ein anderes Verfahren gekommen, in dem es um Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz geht. Nach Hinweisen eines V-Manns in dem Fall hatte die Polizei im Zuge der Ermittlungen eine groß angelegte Telefonüberwachung gestartet, bei der man offenbar auch auf die nun im Fokus stehenden Drogendeals stieß.

Allein die Protokolle der Telefonüberwachung umfassen in den Verfahrensakten 1 000 Seiten, heißt es. Dazu passt, was Behördensprecherin Nadja Niesen noch zu entlocken ist: „Wann es zu einem Verfahrensabschluss kommen wird, kann derzeit nicht prognostiziert werden.“ (VON MATTHIAS DAHMER)

Bei einem anderen Fall in Offenbach fand die Polizei Fünf Kilogramm Marihuana und eineinhalb Kilogramm Kokain versteckt einer Wohnung. Ein Mann musste sich daraufhin vor Gericht verantworten.

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