Kreppelsitzung der SG Wiking 

Schwitzen für die Bikini-Figur

+
Gefiel in der Rolle des Campers: Bütten-Routinier Wolfgang Braun.

Offenbach - Was tun, wenn der „Kapitän“ nicht mitzieht? Kurz vor Beginn der jüngsten Kreppelsitzung der Sportgemeinschaft Wiking am Sonntagnachmittag im vereinseigenen Bootshaus war Sitzungspräsident Manfred Reißmann nach eigenen Angaben noch nicht recht in Fastnachtsstimmung. Von Ramona Poltrock 

Schließlich habe man doch „graad erst Weihnachte gefeiert. Silvester is rum. Unn schon renne mäa jetzt hier mit de Pappnase rum.“ Allerdings änderte sich dieser Gemütszustand noch rechtzeitig vor Programmbeginn, so dass Reißmann und seine Elfer Rudi Ball, Dennis Reißmann, Markus Müller, Felix Reißmann. Michael Tetzlaff, Renate Bassus, Lissy Röder, Edith Werber, Nicole Friese und Heide Wolf die rund 80 Gäste zu einem abwechslungsreichen Programm in familiärer Atmosphäre willkommen hießen.

Denn nachdem sich alle Närrinnen und Narrhalesen beim Begrüßungsritual die ‚Ohren und Hände‘ schüttelten, ward schließlich jegliches Schamgefühl über Bord geschmissen. Fortan erfüllte Heiterkeit und Frohsinn den Raum. So begrüßte und verabschiedete das fidele Publikum jeden Bühnenkünstler mit reichlich Applaus, und scheute sich auch nicht, dem einen oder anderen Büttenredner gekonnt ins Wort zu fallen.

Protokoll des vergangenen Jahres

Den Auftakt zum diesjährigen Bühnenprogramm machte die Solo-Tänzerin Pia Hähn von der TSC Fantasy. In schwarz-weißem Glitzerkleid schwang Hähn die Beine und glänzte mit sauberen Flickflacks. Es folgte das Protokoll des vergangenen Jahres, verlesen vom Bruder des Sitzungspräsidenten, Detlef Reissmann. In flotten Reimen kommentierte dieser trotz Heiserkeit das politische Jahr 2013: Ob Syrienkonflikt, das Flüchtlingsdrama von Lampedusa, Bundes- und Landtagswahlen oder die immer größer werdenden Steuerverschwendungen. Reissmann sprach vielen Gästen aus der Seele und erhielt dafür die erste Rakete des Abends.

Wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, folgten Auftritte der Samba-Tänzerinnen „Pretty Girls“ der Gemaa Tempelsee, der Mädchenformation „Diamonds“ aus Klein-Krotzenburg sowie des aus vier Wiking-Fußballern bestehenden Männerballetts, das in neonfarbenem Aerobic-Dress auf der Bühne „für die Bikini-Figur“ schwitzte. Um Eintönigkeit zu vermeiden, setzte Programmleiter Manfred Reißmann auf Abwechslung: Auf Tanzeinlagen folgten Gesangsstücke, Schunkelrunden und Büttenreden, beispielsweise von „Camper“ Stefan Färber der Offenbacher 03, Lebensberaterin „Tiescher Lilly“ alias Bernd Bruch oder vom Frankfurter „Hausmann“ Toni Schroll, mit dem sich Reißmann anschließend den gängigen Schlagabtausch über Offenbacher und Frankfurter lieferte.

Auch die obligatorischen Ordensvergaben standen auf dem Programmzettel. Nicht nur die Wikinger verteilten fleißig Auszeichnungen an alle Teilnehmer. Mit dem Einzug des Prinzenpaares Robert I. und Manuela I. und deren Hofstaat ehrte auch der Offenbacher Karnevalverein (OKV) zwei Wiking-Mitglieder. Jürgen Dönges bekam das „Lederanische Verdienstkreuz“ für seine tatkräftige Unterstützung während der fünften Jahreszeit. Sitzungspräsident Manfred Reißmann erhielt nicht nur den Prinzenorden, sondern auch Dankesworte vom OKV-Vorsitzenden Manfred Roth für seine Leistung als Programmleiter beim „Feuerwerk der guten Laune“.

Kreppelsitzung bei der SG Wiking (2013)

Kreppelsitzung bei der SG Wiking

Die anerkennenden Worte sind für Reißmann besonders in diesem Jahr von großer Bedeutung. Denn mit seinem einfallsreichen Bühnenprogramm für die OKV-Sitzung überzeugte er nicht nur seine Vereinskameraden, sondern auch hochkarätigen Besuch aus der Karnevalshochburg. „Es macht mich schon stolz, wenn sich ein Vorsitzender aus dem Kölner Raum auf die Offenbacher Bühne stellt und sagt: ‚So ’ne Sitzung, mit so ’nem Niveau sucht selbst in Köln seinesgleichen.‘ Das war für mich so etwas wie ein Ritterschlag“, verrät der Offenbacher Jeck.

Und so trug Reißmanns Ideenreichtum auch zum Gelingen der Kreppelsitzung bei. Selbst vereinzelte Tonprobleme konnten die ausgelassene Stimmung im Publikum und auf der Bühne nicht trüben, wusste Reißmann als selbsternannter „König der Improvisation“ die kleineren Unterbrechungen doch gekonnt zu überbrücken.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare