Kriminalität, Familienessen und Gott

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Schneider ist regelrecht überrascht, insbesondere über die gesellschaftlichen Probleme, mit denen ihn die Schüler konfrontieren.

Offenbach - Das hätte er sich damals auch nicht vorstellen können, gibt Horst Schneider freimütig zu, dass er heute als Oberbürgermeister vor Offenbacher Schülern sitzt. 24 Jahre war er Lehrer. Von Johannes Vetter

Ein „toller Beruf“, wie er meint und wohl auch deswegen gehört der heutige Termin in der Theodor-Heuss-Schule zu seinen „schönsten“. Sagt er. Das Kinder- und Jugendparlament (KJP) hatte Schneider eingeladen, sich den Fragen der Schüler zu stellen: Zu seiner Person, zum Arbeitsalltag eines Oberbürgermeisters und nicht zuletzt auch zu Themen von politischer Brisanz.

Ob er denn einen generellen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Ausländerquote sehe, wollen die Schüler der elften Klasse von ihm wissen. Schneider sitzt im Halbkreis und erzählt lieber von reichen Wirtschaftskriminellen und spielt auf den ihm sinnvoller erscheinenden Zusammenhang von Kriminalität und Bildung an.

Wieso ist die Grün-Phase so kurz?

Der Oberbürgermeister ist gut gelaunt und plaudert offen über sein Privatleben: Stolz erzählt er von einem Sohn und dessen spannenden Erfahrungen in Tansania, vom traditionellen Familienessen am Sonntagabend und seiner sportlichen „Laufbahn“ als Fuß- und Basketballer, die durch Kniebeschwerden gestoppt wurde und ihn heute auf das Sportgerät Crosswalker zwingt. Die Schüler hören gespannt zu. Keiner gähnt oder baut Flieger.

Die meisten Fragen der Schüler beziehen sich auf deren unmittelbares Lebensumfeld. Wieso ist das Parken in der Stadt so teuer? Wieso nimmt mich der Schulbus nicht immer mit? Und wieso sind die Ampelphasen vor der Mathildenschule so kurz, dass behinderte Menschen und alte Leute oftmals Probleme haben über die Straße zu kommen? Schneider ist regelrecht überrascht, insbesondere über die gesellschaftlichen Probleme, mit denen ihn die Schüler konfrontieren, wie er im Nachhinein zugibt: „Sie haben nicht nur private Probleme zur Sprache gebracht.“

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