Kriminalstatistik

Wohltuende Abwärtstrends bei Straftaten

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Weniger Straftaten und höhere Aufklärungsquoten: Entgegen manch subjektivem Empfinden bescheinigt die Kriminalstatistik Offenbach wachsende Sicherheit. Nur bei Fahrraddiebstählen und Körperverletzung zeigt die Tendenz nach oben. Im Jahr 2014 sind in Offenbach wieder mehr Fahrräder gestohlen worden.

Offenbach - Gute Nachrichten aus Offenbach: Das hiesige Straftatenaufkommen war im Jahr 2014 das niedrigste seit 2007. Generell verzeichnete das Polizeipräsidium Südosthessen für seinen Beritt einen deutlichen Rückgang an Straftaten. Von Jenny Bieniek 

Dieser Trend gilt auch für Offenbach: Summierten sich die Straftaten im Jahr 2013 auf 13 343, waren es ein Jahr später 12 709. Macht einen Rückgang von minus 4,8 Prozent. Ebenfalls positiv: Die Aufklärungsquote lag im vergangenen Jahr bei 62,5 Prozent – neuer Rekord.

Straßenraub: In Offenbach nahm die Zahl der Straßenüberfälle von 139 im Jahr 2013 auf 102 im Folgejahr ab (minus 26,6 Prozent). Im Landkreis liegt der Rückgang sogar knapp über 30 Prozent und damit auf einem historischen Tiefstand von 81 Fällen. Die Ermittler erklären sich diesen Rückgang vor allem mit einer Vielzahl von Inhaftierungen von Mehrfach- und Intensivtätern in Stadt und Kreis zu Beginn des Jahres 2014. Von 113 bekannten Intensivtätern waren 60 zwischenzeitlich in Haft.

Körperverletzung: Gefährliche und schwere Körperverletzung auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen kam 2014 in Offenbach 164 Mal vor; dies entspricht einem Plus von 5,8 Prozent. Aufgeklärt wurden davon 125 Fälle (76,2 Prozent). Anders sieht es im Kreis aus: Dort ist ein Rückgang der Körperverletzungen von 10,5 Prozent zu verzeichnen.

Fahrraddiebstahl: Ein Plus von 4,7 Prozent verzeichnet die Polizei bei Raddiebstählen. 629 Mal wurde Anzeige erstattet. Zeitgleich stieg jedoch auch die Aufklärungsquote von vorher 6,7 auf nun 16,9 Prozent. Noch deutlicher wird dieser Trend im Kreis: Dort wuchs die Radklauquote um 18,4 Prozent. Auffallend viele Fahrrad- und Rollerdiebstähle im Stadtgebiet Offenbach und besonders in Lauterborn führten die Ermittler Anfang 2014 zu einer Gruppe von 23 Personen, gegen die ein Sammelverfahren eröffnet wurde.

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Geklaut, gekifft, gezündelt

„Radfahren hat in den vergangenen Jahren einen regelrechten Aufschwung erlebt, entsprechend gibt es einen großen Markt“, weiß Polizeisprecher Ingbert Zacharias. Das „Saisondelikt“ Radklau gehe mit den steigenden Temperaturen wieder los, nicht zuletzt wegen oft minderwertiger Radschlösser, wie er betont. Gründe gebe es dafür dreierlei: „Entweder man will das Rad haben, man benutzt es unbefugt, weil man schnell von A nach B will, oder man ist Teil eines professionellen Markts“, weiß der Experte.

Betrugsdelikte: Die Betrugsfälle sind in Offenbach erneut zurückgegangen. Sie summierten sich 2014 auf 2422, zuvor waren es 2856 (minus 15,2 Prozent). Noch stärker gesunken sind sie im Landkreis (minus 20 Prozent). „Darunter fallen auch Trickbetrügereien wie etwa der Enkeltrick, die immer wieder phasenweise vermehrt auftreten und deren Aufklärung sehr schwierig ist“, erinnert Zacharias.

Zehn kuriose Kriminalfälle in Hessen

Zehn kuriose Kriminalfälle 2014 in Hessen

Autoaufbrüche: Gegen den kreisweiten Trend hat die Zahl der Autoaufbrüche in Offenbach mit 420 Fällen einen historischen Tiefstand erreicht. Verglichen mit dem Vorjahr ist das ein Minus von 119 Fällen oder 22,1 Prozent. Im Landkreis ist die Zahl um 24,1 Prozent gestiegen.

Einbrüche: Deutlich zurückgegangen ist in Offenbach die Zahl der Wohnungseinbrüche; von 460 auf 337 (minus 26,7 Prozent). Im Kreisgebiet dagegen stieg die Zahl um 6,4 Prozent auf insgesamt 849 Delikte. Bei Einbrüchen in Geschäftsräume weist die Offenbach-Statistik mit 162 Fällen ein Zehnjahrestief auf.

Sachbeschädigung: Einen Rückgang von 3,8 Prozent verzeichnet die Polizei bei Sachbeschädigungen. Die Fallzahl ging von 902 im Jahr 2013 zurück auf 868. Im Landkreis ging es dagegen um 4,8 Prozent aufwärts.

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