Aus der Kriminalstatistik der Stadt

Die „Daltons“ steigern Quote bei Einbruch

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Symbolbild

Offenbach - Die Polizei stuft den Anstieg der Straftaten in der Stadt Offenbach als moderat ein. 1,1 Prozent entsprechen 140 registrierte Vergehen mehr. Die 12. 849 Fälle von 2016 liegen deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Dem Polizeipräsidenten Roland Ullmann und seinen Kriminalbeamten aber viel wichtiger: Erneut gibt es einen Rekord bei der Aufklärung, die Quote stieg um 2,1 Prozent auf 64,6 Prozent. Zum Vergleich: 2005 waren es magere 41,3 Prozent. Wie immer liegt diese positive Erhöhung nicht allein an der hervorragenden Arbeit der Ermittler. Verantwortlich für die Quote sind auch Delikte, die nur in die Statistik einfließen, wenn jemand dabei erwischt wird: Schwarzfahren, Ladendiebstahl und ausländerrechtliche Vergehen schlagen nur mit bekannten Tätern zu Buch. Nach den nackten Zahlen gibt es in der Stadt Offenbach noch weniger Grund, Angst vor einem Überfall zu haben. Der Straßenraub ging um 40,2 Prozent zurück – von 102 auf 61 Fälle. Weniger gab es im Präsidiumsbezirk in keinem Jahr. Die Hälfte der Fälle gilt als aufgeklärt. Bemerkbar macht sich die Festnahme einer sechsköpfigen Bande, die von Dezember 2014 bis Februar 2015 mehrere Raubüberfälle und Wohnungseinbrüche begangen hat; Opfer waren stets ältere Hilfsbedürftige, die ein Täter ausguckte, der bei einem Hilfsdienst sein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte.

Brutaler geworden zu sein scheint es in der Stadt auch nicht. „Gefährliche und schwere Körperverletzungen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen“ hat es 154 gegeben – zehn weniger als 2014 und tiefster Wert seit 2013. Die Straßenkriminalität insgesamt – dazu zählen noch Diebstähle und Sachbeschädigungen rund ums Fahrzeug, Taschendiebstahl und andere Sachbeschädigungen – geht ebenfalls zurück: um 252 Fälle auf 2401.

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Was zunahm, sind Einbrüche und Betrug. 170 Geschäftsräume wurden aufgebrochen, acht mehr als 2014, 36,5 Prozent sind aufgeklärt. In 362 private Wohnungen stiegen Täter ein beziehungsweise versuchten es; im Vorjahr waren es 25 weniger. Die Aufklärung liegt bei stolzen 45 Prozent: nicht zuletzt wegen der „Daltons“. So heißt frei nach Lucky Luke polizeiintern ein Quartett aus Lauterborn wegen seiner absteigenden Größe von 1,90, 1,80, 1,70 und 1,60 Metern. Den jungen Gaunern werden 117 Einbrüche in der Stadt zur Last gelegt. Nach ihrer Festnahme soll es kaum noch Einbrüche gegeben haben. Die größte Gefahr ist indes statistisch die, auf Betrüger hereinzufallen: 2630 Straftaten wurden allein in der Stadt registriert, ein im Präsidium nicht überbotenes Plus von 208. Dieses ist besonders einem 54-fachen Anlagebetrug zu verdanken, ein Delikt, das 2014 fehlte.

tk

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