Für Hälfte gibt’s den Krabbelplatz

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Offenbach - Dass unversorgte Offenbacher Eltern das Recht auf einen Krabbelstubenplatz für ihr Kind juristisch einfordern werden, will Hermann Dorenburg nicht ausschließen.

Der Leiter von Jugendamt und Kindertagesstätte-Eigenbetrieb EKO geht aber davon aus, dass sich eine Klagewelle in Grenzen halten wird. Seit es den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gibt, ist die Stadt Offenbach jedenfalls kein einziges Mal verklagt worden.

Seit heute gilt der Anspruch auf Betreuung der Ein- bis unter Dreijährigen. (Wie die Statistik für Offenbach und die Gemeinden unseres Verbreitungsgebiets aussieht, vergleicht unsere heutige Seite 3, „Blickpunkte“). In Offenbach ist im August nahezu die Hälfte der „Rechtsanspruchspopulation“ versorgt, sowohl in Tagesstätten der Stadt und freier Träger (850 Plätze) als auch bei Tageseltern (426 Plätze). Weitere Angebote müssen also geschaffen werden. Wie sich der Bedarf weiter entwickele, lasse sich aber nicht planen, sagt EKO-Chef Hermann Dorenburg. Die Stadtverordneten haben das ehrgeizige Ziel gesetzt, 45 Prozent der Null- bis Dreijährigen zu versorgen; bundesweite Vorgabe sind 35 Prozent.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Wartelisten helfen derzeit bei den Prognosen nicht weiter. Einfach die bei den jeweiligen Einrichtungen vorgemerkten Namen zu addieren, bringt nichts, da die meisten Eltern ihre Kinder bei mehreren freien Trägern anmelden. „Wir haben noch kein zuverlässiges und aussagekräftiges Wartelisten-System“, bedauert Dorenburg. Die elektronische Vernetzung sei nicht ganz billig, voraussichtlich sei dieser Mangel aber ab Januar 2014 behoben.

(tk)

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