Krise stopft keine Löcher

Offenbach - (alk) Das Konjunkturprogramm wird keine Löcher im Straßennetz der Stadt stopfen. Dabei leugnet Oberbürgermeister Horst Schneider nicht, dass viele Offenbacher Straßen in einem „kritischen Zustand“ sind. Der Stadtdienstleister ESO habe ermittelt, dass 16 Millionen Euro benötigt würden, um alle wichtigen Verkehrsachsen in einen vernünftigen Zustand zu bringen.

„In Abwägung der Prioritäten, die auf dem Megathema Erziehung und Bildung liegen, haben wir darauf verzichtet, von den 11,1 Millionen des Konjunkturprogramms etwas für die Straßen einzusetzen.“ Wie bereits die FWG kritisiert auch die größte Oppositionsfraktion diese Unterlassung. Nach Ansicht des CDU-Verkehrsexperten Bernhard Schönfelder könnte die Stadt etwa bei der Neugestaltung des Wilhelmsplatzes sparen, auf die bei den Anwohnern umstrittene Anhebung der Straßen an den Längsseiten („Goldfransen“) verzichten und stattdessen in den Straßenbau investieren. Den behandle die Koalition ohnehin „stiefmütterlich“.

Lediglich 100 000 Euro aus den Konjunkturmitteln soll verwendet werden, um einen Abschnitt des Radwegs am Mainufer (Herrnrainweg) in Schuss zu bringen. Der gleicht tatsächlich einer Kraterlandschaft und stellt für flotte Radler eine Gefahr dar.

Ansonsten kündigt Schneider an, dass der ESO in den nächsten Wochen mit jenen 2,8 Millionen Euro die im städtischen Haushalt ohnehin für die Straßenunterhaltung reserviert sind, die ärgsten Löcher stopfen wird. Dass eine nachhaltigere Sanierung nicht möglich sei, bedaure er selbst, versichert Schneider.

Unterdessen tritt der OB einer Spekulation der CDU entgegen, wonach die Verschiebung des Marktplatz-Umbaus zugleich die Umgestaltung des Kaufhauses Kleider Frei gefährde. „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesem privaten Investment und der Umgestaltung des Marktplatzes, der ohnehin danach erfolgen sollte.“

Wie berichtet will die Koalition das Projekt Marktplatz verschieben und die freiwerdenden Mittel in der Finanzplanung als städtischen Zuschuss für ein neues Kickers-Stadion verwenden. Nach weiteren Projekten, die ebenfalls zu Gunsten des Stadions verschoben werden sollen, wird noch gesucht.

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