Krise trifft jetzt Lederwarenfirmen

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Auf der I.L.M Summer Styles in Offenbach zeigen 219 Aussteller die Trends für 2010.

Offenbach - Nach Jahren mit einer recht positiven Umsatzentwicklung bekommt die deutsche Lederwaren- und Kofferindustrie jetzt die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise zu spüren. Zuversichtlicher zeigt sich der Einzelhandel. Von Marc Kuhn +++ Video +++

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Der Umsatz der deutschen Lederwaren- und Kofferindustrie ging im ersten Halbjahr 2009 um 17,5 Prozent auf 119 Millionen Euro zurück“, erklärte der Bundesverband Lederwaren und Kunststofferzeugnisse (BVLK) am Samstag anlässlicher der Eröffnung der Internationalen Lederwarenmesse I.L.M Summer Styles in Offenbach. Besonders stark sei der Rückgang im Ausland gewesen. „Dort ging der Umsatz um 30,3 Prozent auf 32,8 Millionen Euro zurück. Weit weniger reduzierte sich der Inlandsumsatz. Hier lag der Rückgang bei 11,3 Prozent auf 86,6 Millionen Euro.

219 Aussteller - davon 138 aus Deutschland und 81 aus dem Ausland - nehmen an der Summer Styles teil. Sie zeigen den Fachbesuchern bis morgen ihr Angebot an Taschenneuheiten und Lederaccessoires für das Frühjahr und den Sommer 2010. Die meisten Aussteller aus dem Ausland kommen wieder aus Italien - 33 Firmen zeigen ihre Produkte. Ihnen folgen die Niederlande (17 Aussteller), Frankreich (7), Großbritannien (5), Belgien (4) und Spanien (4). Weitere Aussteller kommen aus Bulgarien, Hongkong, Indien, Irland, Österreich, Pakistan, der Schweiz und den USA. Gerechnet wird mit mehr als 5 500 Besuchern aus etwa 40 Ländern. Aussteller und Messeleitung sehen dem Verlauf der I.L.M Summer Styles in positiver Stimmung entgegen, teilte die Geschäftsführung der Messe mit. Es sei aber nicht zu leugnen, dass die Krise im Lederwarenmarkt Spuren hinterlässt.

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Der deutsche Lederwarenfachhandel gehe mit gedämpften Hoffnungen in das letzte Quartal 2009, berichtete der Bundesverband des Deutschen Lederwaren-Einzelhandels (BLE). Entgegen vielen Befürchtungen habe sich der gesamte Handel und speziell die Lederwarenbranche im laufenden Jahr vergleichsweise gut behaupten können. Der BLE schätzt, dass der Fachhandel Ende August 2009 gegenüber 2008 nur etwa zwei bis drei Prozent unter dem Vorjahresumsatz liegt.

Auf der I.L.M Summer Styles in Offenbach zeigen 219 Aussteller die Trends für 2010.

Hauptabnehmerländer von Lederwaren und Koffern aus Deutschland sind Frankreich mit einem Anteil von 11,7 Prozent (plus 0,9 Prozent), Österreich 11 Prozent (minus 1,2 Prozent), Polen mit 7,0 Prozent (plus 34,4 Prozent), die Schweiz 6,9 Prozent (minus 0,2 %), die Niederlande 6,6 Prozent (plus 1,4 Prozent) und Italien 5,4 Prozent (plus 10 Prozent), wie der BVLK erklärte. Die größten Rückgänge unter den wichtigsten Exportländern gebe es bei Russland (minus 34,3 Prozent), Spanien (minus 17,9 Prozent), Japan (minus 11,1 Prozent) und den USA (minus 7,1 Prozent). Dagegen seien die Ausfuhren in die EU-Länder weitgehend stabil geblieben (plus 0,6 Prozent). Diese machten mit 68,2 Prozent einen Großteil der deutschen Gesamtausfuhren aus.

Beim Ausblick auf die Geschäftsentwicklung im nächsten Halbjahr zeigte sich der Verband zurückhaltend. Vieles werde davon abhängen, inwieweit sich der Arbeitsmarkt weiterhin als robust erweist und dadurch das Vertrauen der Verbraucher fördere. Auf den wichtigsten Auslandsmärkten deuteten sich erste Erholungen der Konsumnachfrage an. „Sowohl im Inland wie im Ausland gehen wir von einer Aufwärtsentwicklung aus, aber mit langsamen Schritten“, erklärte der BVLK.

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