CDU kritisiert Standort für Hafenschule

Offenbach (mad) - Die CDU hat massive Zweifel daran, dass der Standort für die geplante Schule im Hafen der richtige ist. Sie scheiterte aber in der Stadtverordnetenversammlung an der Koalitionsmehrheit mit dem Antrag einer nochmaligen Standortüberprüfung.

Gleichzeitig klopfte das Parlament den Neubau der Grundschule samt Kita am Nordring fest. Verzichtet wird jedoch auf eine Tiefgarage und auf einen Passivhaus-Standard, was die Kosten von 28,85 Millionen auf 26,6 Millionen Euro reduziert.

CDU-Fraktionsvize Roland Walter machte deutlich, dass die Union das Jado-Gelände an Bettina- und Taunusstraße für das bessere hält. Es sei im Gegensatz zum Hafenareal altlastenfrei, umfassend erschlossen, sicherer für Schüler zu erreichen, günstiger zu haben und stehe zum Verkauf. Walter warf Oberbürgermeister Horst Schneider vor, er wolle um jeden Preis einen „Prachtbau“ im Hafen errichten, weshalb er sich bei der Standortsuche auf ein fehlerhaftes Gutachten gestützt habe. Die CDU geht davon aus, dass der Neubau inklusive der Grundstückskosten von „mindestens vier Millionen Euro“ am Ende „näher an 40 als an 30 Millionen liegen wird“, wie Fraktionschef Peter Freier formulierte. Weil das Vorhaben nach Ansicht der Union gegen die Sparauflagen des Regierungspräsidenten verstößt, will sie ihm den Vorgang vorlegen.

Bruno Persichilli (SPD) warf Walter Schwarzmalerei vor, Edmund Flößer (Grüne) hielt dem CDU-Mann entgegen, er verkaufe das Projekt als reine „Horrorshow“. Mit Blick auf die Kritik der Union an fast allen Projekten im Hafen fragte Tarek Al-Wazir (Grüne): „Wie sollen wir die Sozialstruktur dieser Stadt verändern, wenn alles, was wir dafür tun, von Ihnen abgelehnt wird?“ Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) erinnerte schließlich daran, dass der gewählte Standort als einziger in Hafen und Nordend außerhalb der Lärmschutzzone liege. Einen Neubau auf dem Jado-Gelände bekäme die Stadt deshalb gar nicht genehmigt.

Rubriklistenbild: © dpa

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