Wandern ohne Hilfe

+
Kröten wandern sicher über die Straßen.

Offenbach - Frösche und Kröten sind bei ihrer Wanderung nicht mehr auf menschliche Hilfe angewiesen. „Die Amphibien wurden früher zu tausenden überfahren. Durch Zäune und Tunnel ist das jetzt verhinderbar“, berichtet Biologe Rolf Weyh, Fachreferent für Naturschutz und Umweltbildung im Umweltamt. Von Katharina Hempel

In Waldhof beispielsweise steht ein 1600 Meter langer Zaun, der die Froschlurche davon abhalten soll, über den Asphalt und über die Bahngleise zu wandern. Knapp drei Kilometer Amphibienschutzzaun verlaufen im gesamten Stadtgebiet, dazu kommt ein gutes Dutzend an Tunneln, durch die Frosch und Kröte die Straßenseite wechseln können. Warum die Amphibien so gern die Straße zu benutzen schienen, erklärt der Fachreferent für Naturschutz: „Das ist verständlich, dieser Weg bietet schließlich die wenigsten Hindernisse.“

Aber die Unterführung nehmen sie jetzt auch. Und kommen damit immer seltener unter die Räder. Tierfreunde in bunten Regenjacken, die im Frühjahr mit Eimern und Körben bereit stehen, um den braun-grünen Hüpfern über die Straße zu helfen – ein Bild, das der Vergangenheit angehört? „Das ist prinzipiell richtig, aber man kann die Froschlurche trotzdem noch ganz gut beobachten“, sagt Biologe Weyh. Darum bietet er eine Abendexkursion zur Amphibienwanderung an. Kommenden Freitag wiederholt er diese. „Letztes Mal war’s zu kalt.“ Die Hüpfer wandern hauptsächlich bei Dunkelheit, denn ihre Haut ist gegen Verdunstung nur schlecht geschützt. „Sie haben eben kein Fell und keine Federn“, so Weyh.

Tier des Jahres 2012 wandert mit

Unter den Tieren, die jetzt zum Laichen zu ihren Gewässern wandern, ist auch die Erdkröte, von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Tier des Jahres 2012 gekürt. Rolf Weyh: „Wieviele es davon bei uns gibt, kann ich nicht für ganz Offenbach sagen. In Rumpenheim und Mühlheim haben wir pro Jahr zwischen 700 und 1000 gezählt und in Waldhof sogar mal 4200. Aber das war in den späten 90er Jahren. Diese Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr und hängen immer vom vorangegangenen Sommer ab.“ Ist dieser trocken, verzichtet die Erdkröte im Folgejahr auf die Fortpflanzung.

‹ Abendexkursion „Erdkröten auf ihrer nächtlichen Wanderung“: Rolf Weyh lädt für Freitag, 16. März, ab 19.30 Uhr zu einer etwa zweistündigen Führung. Treffpunkt ist die Bushaltestelle „Waldhofstraße“ in Bieber. Wetterfeste Kleidung und kräftiges Schuhwerk werden empfohlen. Taschenlampen wären nützlich. Leichter Regen ist kein Hindernis. Bei starkem Regen oder Nachtfrost fällt die Veranstaltung aus.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare