Krug reimt sich auf klug

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Das Lächeln ist seine stärkste Waffe: Fechtclub-Boss Waldemar Krug mit einigen seiner erfolgreichen Sportlerinnen.

Offenbach - Der Präsident des ruhmreichen Offenbacher Fechtclubs von 1863 hat noch nie eine Klinge geführt. Nie war das Fechten ein Sport, der ihn sonderlich faszinierte. Dennoch kam Waldemar Krug durch eine umsichtige Personalplanung in seine Funktion. Von Lothar R. Braun

Und mittlerweile schmeichelt ihm das Fachmagazin „Fechtsport“ mit dem Wortspiel, der Offenbacher Club werde von Krug klug geführt. Seit seinem Amtsantritt hätten die Offenbacher Fechter von Deutschen Meisterschaften ein Dutzend Titel errungen. Am 22. September wird Waldemar Krug 70 Jahre alt.

Zum Fechtclub kam er, als der Vorgänger Hans Hubert vor einem Jahrzehnt das eigene Lebensalter zu bedenken begann. 2002 holte er seinen Freund Waldemar in den Club und gleich als „Finanzminister“ in den Vorstand. Denn mit Zahlen kann Krug umgehen. Ein angeborenes Organisationstalent brachte er ebenfalls mit. Danach verlief alles nach Plan. 2005 wählten ihn die Mitglieder zu Huberts Nachfolger.

„Zweite Heimat ist Afrika“

1976 ist der aus Bad Vilbel stammende Waldemar Krug ein Offenbacher Bürger geworden. Er nennt Offenbach seine Heimat. „Aber meine zweite Heimat ist Afrika,“ sagt er. Afrika und dann Südostasien hat er als Regionalmanager im Dienst der Lufthansa gründlich kennengelernt. Doch die Weltläufigkeit verstellte nicht den Weg in die Niederungen der Offenbacher Kommunalpolitik. Von 1989 bis 2001 diente Krug als Stadtverordneter. Seine Partei, die CDU, schätzte ihn als stellvertretenden Kreisvorsitzenden immerhin zwölf Jahre lang. Bis 2008. Er steht auch als Schöffe zur Verfügung und engagiert sich im Karneval.

Dem Verwaltungsrat der Sparkasse gehört er noch immer an. Dort ist seine Kompetenz ebenso anerkannt wie beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der ihn in den Finanzbeirat seines Präsidiums berief, obwohl die Satzung als Mitglieder nur Ingenieure zulässt. „Sie haben mich kurzerhand zum Ehren-Ingenieur ernannt,“ lächelt er.

Er hat den Ruf eines kühlen und peniblen Organisators

Das Lächeln ist die stärkste Waffe dieses Fechterpräsidenten, der zu Säbel, Degen und Florett Distanz hält. Wer mit ihm zu tun hat, erlebt ihn bruchsicher verpackt in eine selbstsicher lächelnde Gelassenheit. Sie verdeckt die Eigenschaften, mit denen er in der Fechterwelt den Ruf eines kühlen und peniblen Organisators gewann. Anerkennend bemerkt beispielsweise das Magazin „Fechtsport“: „Die hervorragende Ausrichtung der deutschen Rollstuhl-Fechtmeisterschaf 2009 brachte dem Präsidenten und seiner Mannschaft großes Lob. Ebenso die Ausrichtung der deutschen Florettmeisterschaften im Januar 2011.“

Eines freilich lassen die Lobredner gewöhnlich außer Acht: In der Geschäftsführung kann Waldemar Krug sich auf eine so verlässliche wie unauffällige Assistentin stützen. Es ist seine Ehefrau Otti.

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