Kühle Orte bei 33º Mangelware

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Nur an wenigen Orten in der Stadt ist es in diesen Tagen so angenehm wie im Pavillon des Dreieichparks. Sogar in den Kirchen ist es wärmer als dort.

Offenbach ‐ Schon morgen sollen die Temperaturen wieder steigen. Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Orten in der Stadt, die zumindest ein wenig Abkühlung versprechen, dem Rekordsommer zaghaft Widerstand leisten. Von Katharina Skalli

Klimaanlagen sollen dort jedoch nicht zum Einsatz kommen. Die von der Redaktion getesteten Orte kommen ganz ohne elektrische Hitzekiller aus.

Donnerstag, 12.30 Uhr. Die Julisonne bricht durch ein Loch am bewölkten Himmel. Die Glocken der Marienkirche in der östlichen Innenstadt ertönen. Es klingt wie eine Einladung. Doch dann, hinter der schweren, hölzernen Eingangstür, steht man vor Glas und kommt nicht weiter. In der Kirche kann man sich also nicht kurz von der Hitze auf den Straßen erholen.

Wer in der Marienkirche höflich fragt, darf trotz versperrten Eingangs einen Moment das Gotteshaus betreten. „Im Moment ist es sehr angenehm bei uns“, sagt Gemeindereferentin Gabriele Scheuermann. „Im Winter ist es dafür ziemlich kalt.“ Aus Sicherheitsgründen schließt die katholische Gemeinde ihr Gotteshaus zu. Eine kleine Oase, mitten in der Stadt ist das Haus, in dem trotz hoher Decken und Steinwänden immer noch stolze 25,1 Grad herrschen, dennoch.

Verschnaufen, Beten, Luft holen

In der Französisch Reformierten Kirche an der Berliner Straße zeigt das Thermometer sogar 25,6 Grad an. Und dennoch kommen die Menschen. „Noch vor ein paar Tagen war es hier etwas kühler, doch mittlerweile ist die Hitze auch bei uns angekommen“, sagt die Dame, die Aufsicht führt. Von 12 bis 17 Uhr sitzt sie täglich in der hintersten Reihe und wacht über das kleine Gotteshaus. Zwischen 13 und 30 Besucher kämen täglich zum Gucken, Verschnaufen, Beten, Luft holen und Abkühlen. Wenigstens dem gleißenden Sonnenlicht könne man hier entkommen. Das grelle Licht bleibt draußen. Die heißgelaufenen Füße erhalten eine kurze Abkühlung auf dem rostbraunen Steinboden. Weiße Wände, schlichte Bänke aus Holz, keine Kerzen, kein Kreuz. Schlichte Eleganz herrscht in der Kirche. Doch selbst das kühle Ambiente hat den hohen Temperaturen nichts entgegenzusetzen.

Der kühlste Ort, den wir mit unserem Thermometer aufgespürt haben steht jedoch ganz woanders. Um die Ecke des Deutschen Wetterdienstes, im Dreieichpark.

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