Von Kündigung überrascht

Bürgel - Eigentlich überwiegt im größten Bürgeler Verein die Vorfreude. Ab August schlägt das sportliche Herz der TSG im neuen Sportzentrum Rumpenheimer Straße. Die offizielle Einweihung ist terminiert; sie steht für den Aufbruch in eine gesicherte sportliche Zukunft. Von Martin Kuhn

Derweil hat sich für die TSG unerwartet eine weitere Baustelle aufgetan. Seit Ende April ist das bisherige Vereinsheim samt Gaststätte an der Jahnstraße zu. Im Schaukasten informiert die Familie Mulahmetovic: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir am 29. April, unsere Gaststätte schließen.“ Im Stadtteil brodelt die Gerüchteküche. VorsitzenderRolf-Dieter Elsässer beantwortet die Fragen von Martin Kuhn.

Herr Elsässer, die Schließung kommt für den Verein zu einem ungelegenen Zeitpunkt.

Ja, aber die Problematik war wegen des zum 31. April 2012 auslaufenden Mietvertrages bekannt. Die aktuelle Entwicklung kommt jedoch zugegebenermaßen überraschend und bringt eine zusätzliche Belastung.

Hinter vorgehaltener Hand heißt es schon, die TSG habe sich mit dem Wirt verkracht. Stimmt das denn? Oder anders: Wie ist die Geschichte tatsächlich gelaufen?

Die Überlegungen zum neuen Sportzentrum laufen seit 2007. Die Planungen wurden auf mehreren Sitzungen vereinsintern vorgestellt und die Bürgeler in einer Bürgerversammlung im Saal der Vereinsgaststätte informiert. Das Projekt war auch dem Pächter-Ehepaar bekannt, ebenso die Tatsache, dass mit dem Umzug in das neue Sportzentrum ein Weggang der Kegler, der Tänzer und Gymnastik-Abteilung aus dem kleinen Saal und der Handballer verbunden sein wird. Als Kompensation wurde dem Wirtsehepaar angeboten, den kleinen Saal in eigener Verantwortung intensiver zu nutzen.

Und das hat nicht genügt...

Der Reihe nach. Die TSG gewährte in Absprache mit dem Wirt trotzdem weiter einen Zuschuss zu den Energiekosten. Dann kündigte die Familie Mulahmetovic überraschend den Mietvertrag zum 30. April 2011. Die TSG wies daraufhin, dass der Vertrag rechtskräftig bis zum 30. April 2012 Gültigkeit hat. Sie bot an, dass die Bewirtung bis zu diesem Zeitpunkt auch untervermietet werden könnte. Dies wurde vom Mieter zunächst akzeptiert, dann aber leider nicht umgesetzt.

Wem gehört überhaupt das historische Gebäude samt Gelände?

Das denkmalgeschützte Vereinsheim steht auf Vereinsgelände und ist im Besitz der TSG. Die Grenze zum Grundstück der Stadt (Jahnhalle, Kegelbahn ) verläuft durchs Foyer der Gaststätte.

Wo sind denn die Abteilungen und anderen Vereine untergekommen, die im kleinen Saal trainiert haben?

Unsere Abteilungen trainieren zum Teil im Gymnastiksaal des neuen Sportzentrums. Für die Jagdhornbläser und Sänger wurde im Hinblick auf die überraschende Räumung noch keine tragbare Lösung gefunden.

Abseits dieser leidigen Geschichte. Wie sieht die Zukunft in und an der Jahnstraße aus?

Eine Weiternutzung der Vereinsgaststätte macht eine kostenintensive Renovierung des denkmalgeschützten Anwesens notwendig – etwa die Küche. Daher wurden mit dem Liegenschaftsamt Vorgespräche zu einer alternativen Verwendung geführt; zumal die Stadt parallel Planungen fürs freigewordene Areal an der Jahnstraße vorantreibt.

Rubriklistenbild: © Hahnenkamp/pixelio

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