Techno vom Fredenhagen-Areal stört

Künftig weniger Konzerte?

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Die Vibrationen, die für die einen Wochenend-Lebensinhalt sind, plagen viele andere: Die Stadt will jetzt weniger Techno-Veranstaltungen zulassen.

Offenbach - Der Wilhelmsplatz ist nicht der einzige Ort in Offenbach, wo Musik als störender Lärm empfunden wird. Als zunehmender Aufreger entpuppen sich die Freiluft-Konzerte auf dem ehemaligen Fredenhagen-Gelände an der Sprendlinger Landstraße. Von Sarah Neder 

Schon mehrfach an Sommerwochenenden waberten die dumpfen Bässe wie Geräuschwolken über dem Areal. Je nach Wetterlage erreichten sie die unmittelbare, aber auch die mittelbare Nachbarschaft. Dort, wo die Musik herkommt, können die elektronischen Beats zwar meist nicht laut genug sein; doch die regelmäßigen Techno-Veranstaltungen auf dem ehemaligen Fabrikgelände stören die Anwohner zum Teil massiv. „Ich konnte mich kaum im Garten aufhalten“, schildert eine Betroffene. Sie wohnt in der Nähe des Taunusrings, also etwas mehr als einen Kilometer entfernt. Auch nach zwei Uhr nachts habe sie noch den Lärm gehört, ans Schlafen sei nicht zu denken gewesen, schreibt sie in einer Beschwerde ans Ordnungsamt.

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Dessen Chef Peter Weigand kann davon zu berichten, dass oft Beschwerden über die lokalen Techno-Festivals eingehen. Und er weiß: „Die Lautstärke ist nicht zwingend das Problem. Vielmehr sind es die Bässe, die noch kilometerweit schallen.“ Sein Amt kontrolliere regelmäßig, der Grenzwert von 60 Dezibel werde von den Veranstaltern jedoch meistens eingehalten.

„Manchmal trägt der Wind Geräusche aber bis in abgelegene Häuser und Gärten“, sieht auch er das Problem. „Im Leonhardt-Eißnert-Park haben wir die Anzahl der Veranstaltungen bereits verringert.“ Nur noch drei Mal dürfe in diesem Sommer in der Suppenschüssel die Musik aufgedreht werden.

Aufgrund der jüngsten Beschwerden will Weigand sich auch eine Lösung für das Fredenhagen-Gelände überlegen. „Zwei geplante Veranstaltungen sind noch in der Verhandlung“, sagt er. Weigand weiß aber auch um die Anziehungskraft der Partys: „Offenbach ist eben eine Großstadt und wird niemals ein Kurort werden.“ Die Bürger sollen ihre Wohnqualität beibehalten, so Weigand. Deshalb plane die Stadt, in Zukunft weniger Veranstaltungen zu genehmigen.

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