Künstler in der Stadtverwaltung

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Die neuen Auszubildenden zu Gast im Büro des Oberbürgermeisters: (v. l.) Fabian Daus (20), Personalrätin Gabriela Karl, Oberbürgermeister Horst Schneider, Carolin Rotter (20), Kai Philipp (17), Nancy Krauße (28), Florian Klein (18), Ivanka Trojanowski (23) und der Ausbildungsleiter der Stadtverwaltung Manfred Keller.

Offenbach - Als Florian Klein das Büro betritt, scheint er doch etwas nervös zu sein. Immerhin ist es das Büro des Oberbürgermeisters. Während Horst Schneider noch beschäftigt ist, für alle Gäste Stühle zusammen zu suchen, setzt sich der 18-Jährige schon mal an den runden Tisch. Von Johanes Vetter

Am Vortag trat er seine Lehrstelle in der Stadtbibliothek an. Dort soll er in den nächsten drei Jahren zur Fachkraft für Medien- und Informationsdienste ausgebildet werden. Die sperrigen Berufsbezeichnung hat den Bibliotheksassistenten abgelöst und soll eigentlich nur ausdrücken, dass er auch im Umgang mit digitalen Medien geschult wird. Mit ihm haben sechs weitere Auszubildende am 1. September ihre neue Lehrstelle bei der Stadtverwaltung angetreten. Ihr Chef Horst Schneider hatte an ihrem zweiten Arbeitstag zum Begrüßungsempfang geladen.

Ganz besonders erfreue es ihn, sagt der OB ganz der Lokalpatriot, dass gleich mehrere Offenbacher ihre Ausbildung bei der Stadt begonnen hätten. Eine starke Identifikation mit dem Job sei in der Stadtverwaltung schließlich sehr wichtig.

Motivation ist die langfristige berufliche Perspektive

Auch Florian Klein ist waschechter Offenbacher. Aufgewachsen in Waldheim ging er nach seinem Abschluss an der Theodor-Heuss-Schule für ein freiwilliges soziales Jahr nach Frankfurt. „Auf Dauer“, so der 18-Jährige, hätte er sich die Arbeit im Kindergarten jedoch „nicht vorstellen können“. In der Zeitung las er dann von der Ausbildungsstelle bei der Stadt. „Das klang alles sehr interessant und dann habe ich mich beworben. Den Job konnte ich mir auch längerfristig vorstellen.“

Die langfristige berufliche Perspektive ist auch die ausschlaggebende Motivation der anderen neuen Auszubildenden. Wobei zumindest bei fünf der sieben neuen Beschäftigten die Bezeichnung Auszubildender leicht irreführend ist. Fabian Daus, Nancy Krauße, Carolin Rotter, Hendrik Schaus und Ivanka Trojanowski werden nach einer viertägigen Einführung bei der Stadt zum Studium an die Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden wechseln. Erst nach einem halben Jahr kehren sie dann wieder zurück an ihren Arbeitsplatz in Offenbach. Das duale Studium, welches die fünf jungen Leute nur knapp zur Hälfte der Ausbildungszeit an ihre Arbeitsstelle bindet, wird ebenfalls in drei Jahren abgeschlossen sein. Sie sind der erste Jahrgang der Fachhochschule, der dann den Titel „Bachelor of Arts“ verliehen bekommt.

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