Künstler von Corona bedroht

Künstlern auf die Finger gehauen - Soforthilfen des Landes Hessen floppen

Zuschüsse für kleine Betriebe und Selbständige sollen über die Corona-Krise hinweg helfen. Künstler fühlen sich jedoch vom Land Hessen übergangen.

HESSEN Für viele freiberufliche Künstlerinnen, Autoren, Musikerinnen und Schauspieler entpuppen sich die Soforthilfen des Landes Hessen als heiße Luft. In der Coronakrise kämpfen die Solo-Selbstständigen in der Kulturbranche mit großen oder kompletten Einkommensausfällen. Und das Land Hessen präsentiert ihnen ein Hilfsangebot, das gar nicht zu ihrer Lebensrealität passt: Die Zuschüsse des Landes gibt es nämlich nicht für den „Verdienst- oder Einnahmeausfall“, der etwa durch geplatzte Engagements, ausgefallene Proben oder stornierte Aufträge entsteht, sondern lediglich für laufende Verpflichtungen und Betriebsausgaben. Also für die Miete von Geschäftsräumen beispielsweise, die allerdings wohl die wenigsten freien Autoren oder Musiker haben.

Hessen: Künstler in Notlage - Gewerkschaft Verdi mahnt

Ein bisschen müssen sich die hauptberuflich künstlerisch Tätigen vorkommen, als halte man ihnen ein Bonbon hin, aber schlage ihnen dann auf die Finger, wenn sie danach greifen wollen. Wobei die Hilfen natürlich kein süßes Gimmick, sondern pure Notwendigkeit sind. Dass die Soforthilfen des Landes vielen freiberuflichen Künstlern nichts nutzen, hat jetzt auch die Gewerkschaft Verdi angemahnt. Es wird Zeit, dass Hessen nachbessert und die Solo-Selbstständigen der Kulturbranche in ihrer Notlage tatsächlich unterstützt. Einigen von ihnen bleibt sonst nur die Alternative, sich arbeitslos zu melden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare