Künstlerprojekt der Sparkassen-Stiftungen

Kreativ in Wort und Bild

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Sie haben mit Unterstützung der Fotokünstlerin Lena Grimm eine besondere Ausgabe der „Bravo“ produziert: Schüler der Schillerschule.

Offenbach - Bereits zum 19. Mal war die Schillerschule am traditionsreichen Künstlerprojekt der Sparkassen-Stiftungen beteiligt. Jetzt wurden die Ergebnisse der Kooperation mit Lena Grimm vorgestellt. Von Harald H. Richter 

Ein Schuljahr lang hat sie mit Jugendlichen der Jahrgangsstufen fünf bis zehn gearbeitet und sie angelernt, abseits von Lehrplänen und Notendruck kreativ zu sein. Nun geht für die inzwischen in Freiburg lebende Fotokünstlerin Lena Grimm, Absolventin der Hochschule für Gestaltung, die Zeit an der Schillerschule mit einer Präsentation der in den vergangenen Monaten entstandenen Arbeiten zu Ende.

Schwerpunkte waren Porträtfotos und ein Magazinprojekt, bei dem es galt, eine nicht-alltägliche Ausgabe der Jugendzeitschrift „Bravo“ zu entwickeln. Das klassenübergreifende Vorhaben an der Integrierten Gesamtschule ist eine Initiative der Bildungsstätte im Nordend mit der Stiftung der Frankfurter Sparkasse von 1822 und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. „Unser Heft sollte ein Magazin werden, das junge Leute anspricht und auf moderne Weise die Themen und Bilder von Jugendlichen widerspiegelt, uns also erzählt, was heute so geht“, beschreibt Grimm, die selbst zweifache Mutter ist, die Intention.

Abbilden der Wirklichkeit

Das Abbilden der Lebenswirklichkeit hat Antworten darauf geliefert, wie man das eigene Umfeld sieht, welches die besonderen Gesichter sind, die einem nicht nur im Schulalltag auffallen, und was Kinder mit dem Begriff Kameradschaft verbinden. Theo und Leon etwa, zwölf und 13 Jahre alt, haben fürs Heft posiert und stehen beispielhaft für das Thema „beste Freunde“.

„Wir haben uns am gleichnamigen Jugendmagazin orientiert, dem Heft aber eine eigene inhaltliche und künstlerische Handschrift gegeben“, erläutert die 34-Jährige das Vorgehen. Die Ergebnisse haben die jungen Blattmacher mit der Schulkünstlerin in eine Ausstellung gepackt und zur Freude von Christina Orth-Körner, Projektleiterin an der Schillerschule, mit den druckfrischen Exemplaren ihrer „Bravo“ präsentiert.

Bei einem Brainstorming über Themen, Namensfindung und Interessengebiete brachten die Mitglieder der nachmittäglichen Arbeitsgemeinschaft sämtliche Medien aus den Bereichen Kunst und Gestaltung ein. Grimms mobiles Porträtstudio bot den Schülern die Möglichkeit, sich ablichten zu lassen. Allein dabei machten 50 Mädchen und Jungen mit.

Feuer und Flamme

Adilya Julian Yasa-Seufert ist vom Projekt mit Fotokünstlerin Grimm begeistert. Der 17-Jährige mit der Irokesenfrisur ziert als Coverboy eins der etwa ein Dutzend erstellten Titelmotive des Blattes. „Normalerweise schreibe ich ja“, meint der Zehntklässler, der sonst die Schülerzeitung „Maulwurf“ betreut. Diesmal hat er fürs Schulkünstlerprojekt seinen Kopf hingehalten. Feuer und Flamme ist Alessio aus Bieber. Stolz zeigt der Elfjährige das Ergebnis seiner Projektarbeit. Besonders zufrieden ist er mit einer Aufnahme, die ihn in typischer Breakdancer-Pose zeigt.

Das Magazin ist angereichert durch kurze Texte und eine Rubrik mit Begriffen der Jugendsprache, die sich so schnell verändert, wie neue Schüler heranwachsen. Ziel der seit 19 Jahren an der Schillerschule betriebenen Projektarbeit ist es, Kunstschaffende, Schüler und Lehrer in Kontakt zu bringen und den Unterrichtsalltag zu bereichern. Astrid Dienst von der Stiftung der Frankfurter Sparkasse und Marietta Lüders von der Sparkassen-Kulturförderung sind überzeugt, dass dies auch bei der aktuellen Auflage gelungen ist. Letztlich sollen bei den Jugendlichen die Grundlagen für einen offenen, interessierten Umgang mit künstlerischen Themen geschaffen werden.

„Das Beispiel Schillerschule zeigt, wie erfolgreich eine solche Aktion in den Unterrichtsalltag eingebaut werden kann“, betont Astrid Dienst. Schon jetzt richtet sich der Blick nach vorn, denn auch im nächsten Schuljahr soll es ein Schulkünstlerprojekt geben. Nach den Sommerferien wird es vorgestellt.

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