Kürbissuppe für Flüchtlinge

Ehrenamtliche protestieren mit Essensaktion gegen Zustände im BAMF

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Außer Kürbissuppe servierten die Helfer den Flüchtlingen, die beim BAMF ihren Asylantrag stellen, auch Brot und Tee. Die Essenausgabe war eine Protest gegen die Zustände in der Behörde.

Offenbach - Kürbissuppe, Brot, Schokolade, Wasser, Tee: Flüchtlinge, die aus ganz Hessen nach Offenbach kommen, um bei der Zweigstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Kaiserlei ihren Asylantrag zu stellen, konnten sich gestern über eine kulinarische Stärkung freuen. Von Steffen Müller 

Mehrere ehrenamtliche Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um auf die „unwürdigen Zustände im BAMF aufmerksam zu machen“, wie Eric Wolf von der Offenbacher Flüchtlingshilfe sagt. Wie berichtet, beklagt Wolf, dass für die Flüchtlinge, während sie zum Teil mehrere Stunden lang darauf warten, ihren Asylantrag zu stellen, kein Essen und Trinken bereit steht. Daher haben Wolf und seine Organisation angeboten, eine kleine Teeecke einzurichten. Auch das Kulturzentrum Hafen 2 hat seine Hilfe zugesagt. Das Problem für die Ehrenamtlichen: Vonseiten des BAMF kommen auf Anfragen keine Antworten. Wolf: „Wir haben mehrfach Kontakt aufgenommen, werden aber ignoriert. An der Versorgung hat sich nichts geändert.“

Deshalb soll die Essensausgabe, an der sich unter anderem auch die Caritas, der Arbeitskreis Integration, der Verein für Kultur und Bildung (KUBI) und der Hafen 2 beteiligen, nicht nur darauf abzielen, den Flüchtlingen etwas Gutes zu tun. Es ist eine Protestaktion. „Wir wollen nicht, dass das Problem aus der Öffentlichkeit verschwindet“, begründet Wolf die einmalige Maßnahme, für die rund 70 Liter Kürbissuppe gekocht wurden.

Flüchtlinge in Offenbach angekommen: Bilder

Und die scheint zu schmecken. Um den kleinen Pavillon scharen sich die Flüchtlinge, stärken sich mit einem wärmenden Tee gegen die kalten Temperaturen und den leichten Regen. Einige fragen nach einer zweiten Portion, andere decken sich für die Rückfahrt in ihre Asylunterkunft mit Wasser und Schokolade ein. Dabei kommt ihnen stets ein „Danke“ über die Lippen. Die Flüchtlinge wissen die Hilfe zu schätzen. „Genau dafür stehen wir hier“, sagt Anette Bacher von der Caritas. Aber nicht nur: „Wir wollen die politisch Verantwortlichen wachrütteln.“ Die säßen allerdings nicht in Offenbach, wie Bacher und Wolf betonen, sondern in Berlin.

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