Kürzere Öffnungszeiten im Bürgerbüro

Offenbach - „Sechs Mitarbeiter mehr, und alles könnte bleiben, wie es ist“, scherzt Stadtrat Felix Schwenke. Von Markus Terharn 

Da Personalplan der Stadt und Schutzschirm des Landes dies nicht zulassen, kürzt das Bürgerbüro (45 Mitarbeiter auf 42,1 Stellen) ab März die Wochenöffnungszeit von 44 auf 30 Stunden. Klingt paradox. Verspricht aber Besserung. Denn Amtsleiterin Martina Fuchs verdeutlicht: Die Reduzierung sogenannter Unterstützungsfunktionen (Empfang, Kasse, Telefon, ...) setzt Kräfte für die Beratung frei. Für sie sollen zusätzlich fünf Plätze eingerichtet werden. Zehn wären wünschenswert, indes nicht unterzubringen. Die Regelung gilt vorerst bis zum Umzug in den Bernardbau, wo sich auf 200 Quadratmetern mehr acht Plätze neu schaffen lassen. Heißt: Mehr Kunden in kürzerer Zeit.

Hintergrund ist die seit Gründung des Bürgerbüros (2001) von 13 auf 38 Minuten gestiegene durchschnittliche Wartezeit. Hauptursache ist die EU-Osterweiterung; hinzu kommen Innovationen wie neuer Personalausweis oder elektronisch lesbarer Reisepass, die Mehrarbeit machen. „Kundenorientiert“ nennt die Stadt ihre Änderungen – und beruft sich auf Ergebnisse einer Umfrage. 1854 Offenbacher haben einen Fragebogen ausgefüllt. 79 Prozent gaben an, ihnen seien kurze Warte- wichtiger als lange Öffnungszeiten. Dem trägt das Büro Rechnung. Ebenso dem Wunsch von 53 Prozent nach Öffnung an einem Tag bis 20 Uhr. Sowie dem von 28 Prozent nach Samstagszeiten (die es bereits gibt).

Bisher war Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 18, Mittwoch und Freitag von 8 bis 13, Samstag nur für Terminkunden von 9 bis 13 Uhr offen. Künftig ist Montag bis Mittwoch sowie Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet, nach Terminabsprache auch Donnerstag von 15 bis 20 und Samstag von 8 bis 13 Uhr. Wer den QR-Code nutzt, kann seine eventuelle Wartezeit zudem in der Stadt verbringen. Das sind zehn statt vier Stunden für Termin-, jedoch nur noch 20 statt 40 Stunden für Laufkundschaft. Fuchs betont aber: „Bislang hatten wir bei starkem Andrang an langen Tagen zwei Stunden vor Schluss Annahmestopp, an kurzen eine Stunde vorher. Denn wir konnten nicht garantieren, dass Bürger noch drankamen. Das entfällt.“ Faktisch seien es also sechs Stunden weniger, nicht 14. Auf Dorfniveau sieht Dezernent Schwenke die Stadt mit 30 Stunden nicht: Umlandkommunen kämen im Schnitt auf 33,5, bei Zulassungsstellen (in Offenbach integriert) auf 29,8, vergleichbar große deutsche Städte auf 31,5 Wochenstunden.

Rubriklistenbild: © dpa

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