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Was Kult-Trainer Peter Neururer bei seinem OFC-Debüt passierte

Peter Neururer und Co-Trainer Werner Kasper
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Peter Neururer und Co-Trainer Werner Kasper.

Was Peter Neururer als „schöne Geschichte“ bezeichnet, wäre den meisten Leuten wohl zu peinlich, um es zu erzählen. Die Trainer-Legende hat nun jedoch im Fußball-Talk „Flügelzange“ bereitwillig über eine kuriose Anekdote aus der Zeit bei Kickers Offenbach (Oktober 1999 bis September 2000) gesprochen. Bei seiner Premiere beim OFC hatte er nämlich die Hose voll. Nicht sprichwörtlich, sondern im wahrsten Sinne des Wortes.

Am Abend vor dem ersten Spiel von Kickers Offenbach (1:0 in der 2. Bundesliga gegen Fürth) seien sein Co-Trainer Werner Kasper und Peter Neururer von den OFC-Verantwortlichen um Manager Klaus Gerster und Geschäftsführer Jörg Hambückers in ein Restaurant eingeladen worden. Es gab Handkäse mit Musik sowie Apfelwein, wobei das mit der hessischen Kulinarik nicht bewanderte Duo aus Nordrhein-Westfalen bei der Flüssigkeitszufuhr alles andere als zurückhaltend war.

Die Delegation von Kickers Offenbach hätte sie angesehen, „als ob wir nicht ganz dicht seien“, erinnert sich Peter Neururer. Sein Co-Trainer habe „Schweißausbrüche bekommen und sich verabschiedet“, sagt der 65-Jährige. „Er war am nächsten Tag nicht fit und auch nicht beim Spiel.“

Peter Neururer nahm hingegen auf einem Stuhl vor der Bank Platz: „Ich habe nichts gemerkt. Es rummelte etwas im Magen, das war jedoch nicht schlimm - bis wir das 1:0 machten“, sagt der Kult-Trainer von Kickers Offenbach. „Ich bin ein emotionaler Mensch, springe auf, jubel, reiße alles hoch - und scheiße mir dermaßen in die Hose. Das kann sich kein Mensch vorstellen.“ Was nun? Neururer setzt sich schnell wieder hin: „Mein Magen rumorte weiter, aber es sollte ja keiner etwas mitbekommen.“ Nach der Partie war das aber in der Kabine des OFC der Fall: „Die Mannschaft lachte sich natürlich tot, ich auch.“

Auch wenn es Peter Neururer inzwischen mit Humor nimmt: Etwas traumatisiert hat ihn die Geschichte offenbar. Das Tor verortete er nämlich in die erste Hälfte, berichtete, wie er in der Pause mit voller Hose „quer über den Platz gehen“ gehen musste, um in die Kabine zu gelangen, die sich im alten Stadion von Kickers Offenbach noch unter Block eins befand. Der Treffer von Dubravko Kolinger (ein Kopfball nach einer Ecke) für den OFC fiel allerdings tatsächlich in der 80. Minute.

Egal. Auch der Weg nach der Partie von Kickers Offenbach war lang. „Ich laufe wieder so schnell wie möglich, konnte aber gar nicht richtig gehen. Das war eher ein Eiertanz“, erinnert sich der ehemalige Erstliga-Coach (221 Spiele für 1. FC Köln, VfL Bochum, 1. FC Saarbrücken, Hannover 96, Hertha BSC). Der gute Mann hatte es eilig, was die OFC-Anhänger jedoch nicht wussten. „Die fangen auf einmal an, mich zu feiern. Die haben irgendein Lied gesungen: ‘Wir tanzen den Peter Neururer, schwingen unsere Hüften nach links, nach rechts’. Und ich sollte bitte mitmachen.“ Tat er freilich. Ein Schwung nach links. „In dem Moment war ich entspannt. Da ist es passiert. Die nächste Ladung lief runter, diesmal war der Darm komplett leer.“

Die Probleme waren damit aber noch nicht vorbei. „Ich musste raus zur Pressekonferenz“, dachte Peter Neururer, als er nach der OFC- Partie endlich in der Kabine war. „Oben war alles in Ordnung, meine Klamotten unten habe ich komplett weggeschmissen und bin in kurzer Hose, aber oben mit Schlipps und Kragen in die Pressekonferenz. Das war Kickers Offenbach, Weltklasse.“ (Christian Düncher)

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